Auswahlkriterien für das Medizinstudium

Das Medizinstudium stellt in Deutschland nach wie vor einen der beliebtesten Studiengänge dar. So kamen im Jahr 2017 (Winter- und Sommersemester) rund 62.000 Studienplatzbewerber auf etwa 10.800 Studienplätze für Humanmedizin.

Anders als bei der Mehrheit der Studiengänge regelt die Stiftung für Hochschulzulassung mit ihrem Portal hochschulstart.de die Bewerbung für das Medizinstudium in Deutschland zentral. In diesem Beitrag erfährst du, was du bei deiner Bewerbung für das Medizinstudium beachten solltest und wie du deine Chancen auf einen Studienplatz verbessern kannst.

Medizinstudium: Drei verschiedene Quoten für Bewerber

Medizinstudium Student am Laptop

Next stop Medizinstudium? Bei der Vergabe der Studienplätze gibt es neben der Abinote noch weitere Auswahlkriterien.

Medizinstudienplätze werden im Wesentlichen nach drei verschiedenen Quoten vergeben:  Jeweils 20 Prozent der Studienplätze werden durch die Abiturbestenquote und die Wartezeitquote vergeben. Die restlichen 60 Prozent der verfügbaren Plätze werden im sogenannten Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) zugeteilt.

Wie schon der Name vermuten lässt, geht es bei der Abiturbestenquote rein nach dem Abiturnotenschnitt. Weil Medizinstudienplätze so begehrt sind, liegt der notwendige Abischnitt sehr hoch. So benötigst du ein Abi von 1,1 oder 1,0, um über diese Quote eine Chance auf Erfolg zu haben.

Bei der Wartezeitquote richten sich die Bewerbungschancen nach der abgeleisteten Wartezeit in Halbjahren bzw. Semestern. Als Wartezeit zählt dabei nicht, wenn du ein anderes Studienfach an einer deutschen Hochschule belegst. Zum Wintersemester 2017/18 betrug die notwendige Wartezeit 14 Semester, also ganze sieben Jahre.

Das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) für das Medizinstudium

Der Großteil der Medizinstudienplätze wird über das Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben. Deswegen lohnt es sich, diesem Verfahren besondere Beachtung zu schenken.

Im AdH-Verfahren können die Universitäten eigene Kriterien festlegen. Zwar kommt auch hier dem Abiturnotenschnitt immer eine (mal mehr, mal weniger schwerwiegende) Bedeutung zu. Allerdings gibt es eine Vielzahl weiterer Auswahlkriterien, mit denen du ein nicht ganz so gutes Abitur ausgleichen kannst. Solche Kriterien können zum Beispiel sein:

  • dein Ergebnis im Medizinertest (TMS)
  • deine Noten in einzelnen Schulfächern wie Biologie, Mathe oder Physik
  • eine vorhergehende Berufsausbildung in einem medizinischen Beruf
  • abgeleistete Freiwilligendienste nach dem Abitur
  • Preise in schulischen Wettbewerben oder sportliche Leistungen

Die 35 staatlichen Universitäten für einen Humanmedizin-Studienplatz gewichten ihre Kriterien jeweils unterschiedlich. Je nachdem welche Kriterien du erfüllst, hast du bei einigen Universitäten bessere Chancen als bei anderen. Da du im Bewerbungsverfahren maximal sechs unterschiedliche Hochschulen angeben kannst, ist die richtige Auswahl der Universitäten sehr wichtig.

Chancen verbessern mit dem Medizinertest

Das mit Abstand gängigste zusätzliche Kriterium im AdH-Verfahren ist der Medizinertest (auch “Test für medizinische Studiengänge” – TMS). Er wird in Deutschland derzeit an insgesamt 23 Universitäten in irgendeiner Form berücksichtigt. So gibt es an manchen Universitäten einen Bonus auf den Abischnitt je nach Abschneiden, andere verrechnen das Testergebnis direkt mit dem Abischnitt.

Der TMS soll deine Studieneignung für das Fach Medizin testen. Er ist dabei kein Wissenstest, sondern soll vielmehr Grundfähigkeiten prüfen, die im Fach Medizin besonders relevant sind. Dennoch lässt sich das Testergebnis durch eine gezielte Vorbereitung deutlich steigern, da es in dem Test insbesondere auf eine schnelle und konzentrierte Vorgehensweise ankommt.

Der Test findet jedes Jahr einmal im Mai an vielen verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt. Die Anmeldung ist jeweils im vorherigen Januar möglich. Die Testgebühr betrug zuletzt 73 Euro. Eine Teilnahme am Medizinertest ist nur einmalig möglich. Fristen und Termine findest du unter www.tmsinfo.org.

Wie fit bist du für den TMS? Teste dich hier.

 

Über die Autoren


medirechner.de: Erhöhe deine Chancen auf ein Medizinstudium

Die Autoren Daniel und Ferdinand sind die Gründer von medirechner.de. Aus ihrem privaten Umfeld haben sie von der Komplexität und den Tücken bei der Bewerbung um einen Medizinstudienplatz erfahren. Der von ihnen entwickelte medirechner-Algorithmus führt Bewerber in drei einfachen Schritten zu einer detaillierten Auswertung ihrer individuellen Chancen für jede Hochschule. So können Bewerber folgenschwere Fehler bei der Auswahl ihrer Ortspräferenzen vermeiden.

Im medirechner.de Blog schreiben die beiden Gründer zudem regelmäßig zu allgemeinen Themen und Neuerungen bei der Bewerbung auf einen Medizinstudienplatz.

 


 

Sonja

Mein Abi habe ich dank der STARK Bücher schon vor einiger Zeit gut geschafft. Seit 2017 blogge ich für schultrainer.de über die verschiedensten Themen. Dabei gefällt mir besonders, dass ich bei jeder Recherche für einen Beitrag so viel Neues lerne. Und mittlerweile nicht einmal mehr Mathe-Themen langweilig finde.

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