Lernplan erstellen in 5 Schritten

Nach der Klausur ist vor der Klausur. Das Schuljahr und jedes Semester besteht aus einer Vielzahl von Prüfungen, auf die man sich vorbereiten muss. Da verliert man schnell mal den Überblick und am Ende wird es zeitlich knapp. Damit das beim nächsten Mal nicht mehr passiert, erklären wir dir, wie du einen individuellen Lernplan erstellen kannst. Die Tipps sind geeignet für die Schule und das Studium.

Die fünf Schritte zu deinem Lernplan

Lernplan Beispiel

Ein Lernplan ist wie ein Stundenplan, der sich wie ein Puzzleteil perfekt in deine Freizeit einfügt. Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Einen Lernplan zu erstellen kostet Zeit und macht Arbeit. Der Aufwand lohnt sich aber. Die Zeit, die du in die Erstellung des Lernplans investierst, holst du durch deine gute Organisation beim Lernen locker wieder rein. Und hast damit weniger Stress, wenn es in die kritische Lernphase vor den Prüfungen geht.

Wir erklären dir, wie du in fünf Schritten deinen individuellen Lernplan erstellst. An dieser Stelle nochmal der wichtige Hinweis: Beginne lieber zu früh als zu spät mit dem Erstellen des Lernplans!

1. Schritt: Eine Prüfung oder mehrere?

Zu Beginn müssen Fragen geklärt werden:

  • Auf was musst du dich vorbereiten? (Klassenarbeit, Abschlussprüfung, Zwischenprüfung…)
  • Welche Fächer werden in welcher Form abgefragt?
  • An welchen Wochentagen finden die Termine statt?
  • Wie viel Zeit bleibt dir noch zum Lernen?

Nimm dir einen Notizzettel und schreibe alle Antworten auf. Trage, falls du es noch nicht getan hast, alle für dich relevanten Prüfungstermine in deinen Kalender ein. Auf diese Weise verschaffst du dir einen ersten Überblick.

2. Schritt: Wann hast du Zeit?

Nachdem du die ersten Fragen geklärt hast, kommt die wichtigste: Wann kannst du lernen? Schreibe alle Zeiten auf, die für den Plan infrage kommen. Zu kurze Zeitfenster, die aus wenigen Minuten bestehen, machen für Lerneinheiten keinen Sinn. Und auch zu lange Lerneinheiten sind laut einer Umfrage des STARK Verlags zur Prüfungsvorbereitung nicht empfehlenswert.

Versuche dich selbst und deine optimale Lernzeit richtig einzuschätzen. Du weißt zum Beispiel, dass du dich abends nach 19 Uhr nicht mehr richtig konzentrieren kannst? Dann lasse diese Zeit aus. Montags sind von früh bis spät Termine? Ebenfalls weglassen. Du hast in einer Woche ein Referat und benötigst Zeit – einplanen!

Es scheint keinen Platz für einen Lernplan in deinem schulischen oder universitären Alltag zu geben? Überlege dir, wo du dir Stunden nehmen könntest. Welche Aktivitäten in deiner Freizeit können in einer Woche ausnahmsweise ausfallen? Welche Aufgaben sollten in einem gewissen Zeitraum für den Lernplan in den Hintergrund rücken?

Wir kennen diese Phasen, in denen die Schule oder die Universität die komplette Zeit in Anspruch nimmt. Es fühlt sich an, als gäbe es kein Ende. Wichtig ist, dass du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst!

3. Schritt: Gliederungen erstellen

Im nächsten Schritt beschäftigst du dich zunächst oberflächig mit den Lerninhalten und Themen. Fokussiere dich auf die Überschriften und Unterüberschriften der einzelnen Stunden sowie Sitzungen und schreibe sie zusammen.

In der Schule erarbeitet man den Stoff anhand von Büchern, die ein Inhaltsverzeichnis besitzen. In der Universität gibt es am Anfang jedes Seminars und jeder Vorlesung einen Übersichtsplan, der die Themen der einzelnen Tage vorgibt. Diese Pläne und Verzeichnisse bieten dir eine gute Orientierung.

Du kannst mit den Themen nichts anfangen? Du weißt nicht, was hinter den Begriffen in den einzelnen Überschriften steckt? Keine Sorge, die Gliederung soll dir zunächst helfen, einen Überblick zu erhalten und nichts zu vergessen!

4. Schritt: Gerüst des Lernplanes anlegen

Nach den ersten drei Schritten weißt du, bis wann du die Fächer gelernt haben musst. Du weißt, wann du Zeit für Lerneinheiten hast und welche Themen für deinen Plan relevant sind. Jetzt kommt der schwierigste Part: die Gestaltung des Lernplans. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

  • Lernplan in Stundenplan-Optik: Male für jede Woche der Lernphase einen Stundenplan auf, der in Tage und Zeiträume unterteilt ist.
  • Lernplan als Checkliste: Erstelle eine Liste, in der in jedem Absatz Tag und Uhrzeit vermerkt sind. Davor kannst du ein leeres Kästchen (Checkbox) setzen. Sobald du eine Aufgabe erledigt hast, kannst du den Punkt abhaken.

Wie du den Plan optisch gestaltest, ist deine Sache. Du kannst zum Beispiel Farben und Symbole für die jeweiligen Fächer nutzen. Wichtig ist, dass dahinter ein für dich nachvollziehbares System steckt.

Halte dir in jedem Zeitfenster bzw. Absatz genug Platz für die Fächerbezeichnung, Inhalte, Aufgaben und Ergänzungen frei. Hier trägst du dir im nächsten Schritt die Inhalte ein.

Du suchst weitere Inspiration? Zahlreiche Beispiele für Lernpläne findest du auf Instagram: #lernplan

5. Schritt: Inhalte in den Lernplan einfügen

Am Ende überlegst du dir, wann du welche Inhalte lernst. Wenn du genug Zeit hast, solltest du kurz vor der Prüfung Freiraum für Wiederholungen einplanen. Bei diesen Wiederholungen können Übungsklausuren, alte Prüfungsaufgaben, themenspezifische Karteikarten oder Zusammenfassungen helfen. Das ist vom Fach und deinen Lernmethoden abhängig.

Schreibe zunächst mit Bleistift in den Lernplan oder notiere dir die erste Einteilung auf einem extra Zettel. Benutze dafür deine Gliederung, die du im dritten Schritt erstellt hast. Beginne am Ende des Lernplans, wenn du die Themen aufteilst. Das hilft dir am besten einzuschätzen, wie viel Zeit du insgesamt benötigst.

Trage in jedem Slot im Lernplan das jeweilige Thema ein und ergänze ggf. Übungsaufgaben, die du dazu durcharbeiten möchtest. Gut ist, wenn du zu diesen Aufgaben die Vorlage der Musterlösung hast, um dich effektiv überprüfen zu können.

Dir reichen die Übungsaufgaben aus der Schule nicht? Der STARK Verlag bietet eine Vielzahl an Büchern an, mit denen du dich auf Schulaufgaben und Abschlussprüfungen vorbereiten kannst.

Versuche realistisch abzuschätzen, wie viel Zeit du voraussichtlich für ein Thema benötigst. Bist du langsam oder schnell im Lernen? Wie lange brauchst du bei Aufgaben, wenn du Hausaufgaben machst? Plane für jedes Thema genügend Puffer im Lernplan ein, falls du langsamer als geplant vorankommst.

Weitere Tipps für deinen Lernerfolg

Mit deinem fertigen Lernplan besitzt du einen perfekten Überblick über alle Themen und Schwerpunkte, die dich bei der Prüfungsvorbereitung erwarten. Du weißt, an welchem Tag du mit dem Lernen beginnen solltest und bis wann du den gesamten Lernstoff durcharbeiten musst.

Versuche am Ende jeder Lerneinheit, eine Zusammenfassung zu erstellen. Fokussiere dich auf Schlüsselwörter, die wichtig für das Thema sind. Auf diese Weise kannst du überprüfen, ob du alles verstanden hast. Dabei unterstützen dich Lernhilfen (wie KOMPAKT), die Themen oder Fächer übersichtlich und auf den Punkt gebracht zusammenfassen.

Die Zusammenfassungen kannst du am Tag vor der Prüfung zur Wiederholung durchlesen.

Mut zur Lücke – nicht genug Zeit?

Du stellst fest, dass du den Lernplan zu spät erstellt hast? Oder du hast für das Lernen einzelner Bereiche länger als geplant gebraucht?

Panik hilft dir jetzt nicht weiter. Atme stattdessen tief durch und konzentriere dich auf die Schlüsselwörter!

Versuche dich an die Schwerpunkte zu erinnern, die bei den Themengebieten vorgegeben wurden. Worüber habt ihr besonders viel gesprochen? Wozu habt ihr die meisten Übungsaufgaben gemacht? Welche Formeln, Jahreszahlen oder Merksätze standen im Fokus? Fallen dir hierbei Schwächen auf? Gehe konkret mit Übungen darauf ein.

Mehr Lernplan als Leben?

Beim Erstellen des Lernplans solltest du genug Raum für Freizeit einplanen. Sport, Musik und Freunde können eine gute Auszeit sein, um die nötige Distanz zu gewinnen. Anschließend lernt es sich gleich viel entspannter und effektiver.

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Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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