Lernblockade und Lernhemmung – wie wirst du sie los?

Schlechte Noten in der Schule, obwohl du ständig lernst? Kommt dir das bekannt vor? Das passiert jedem und ist nicht weiter schlimm, wenn du weißt, was die Ursachen für solche Lernprobleme sind und wie du gegen Lernblockaden vorgehen kannst.

In der Lernpsychologie unterscheidet man zwischen sechs verschiedenen Arten der Lernhemmungen. Eine Lernhemmung (auch Gedächtnishemmung genannt) ist eine Störung, die während oder nach dem Lernen auftritt. Sie sorgt dafür, dass du dich nicht gut konzentrieren kannst oder dir bestimmte Dinge nicht merken kannst. Die Ursachen für diese Lernprobleme sind oft einfach zu beseitigen! Wie du eine solche Lernblockade erkennst und lösen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Lernblockade

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1. Die Ähnlichkeitshemmung

Mathe und Physik, Chemie und Biologie, Geschichte und Sozialkunde – all diese Fächer sind nicht leicht voneinander zu unterscheiden. Wenn du dich zu schnell hintereinander für Chemie und Biologie vorbereitest, kann es sein, dass du diese beiden Fächer vermischst. In der Prüfung kannst du dich nicht mehr erinnern, welche Information zu welchem Fach gehört. Das ist die sogenannte Ähnlichkeitshemmung.

Tipps für’s Lernen:

Teile deine Lerninhalte auf, sodass du abwechslungsreich lernst. Dabei kann dir ein Lernplan helfen. Übe zum Beispiel zuerst für Mathematik, schreibe dann einen Aufsatz für Deutsch und lies dir anschließend nochmal den Hefteintrag in Geschichte durch! Das hilft, die Inhalte besser voneinander zu trennen und kann die Lernblockade lösen.

Auch in den Pausen solltest du dich mit unterschiedlichen Aktivitäten beschäftigen. Wenn du als Hausaufgabe einen langen Text bearbeiten musst, solltest du in deiner Lernpause kein Buch lesen. Für unser Gedächtnis kann das schnell verwirrend sein und zu Lernproblemen führen. Gehe lieber eine Runde spazieren, denn frische Luft hilft, für die nächste Lerneinheit einen klaren Kopf zu bekommen.

2. Die proaktive und retroaktive Hemmung

Alle Fakten zur Französischen Revolution sind im Kopf und du würdest jetzt gerne mit den Mathehausaufgaben weitermachen? Aber deine Gedanken kommen noch nicht vom Jahre 1789 los? Dann kann es sein, dass bei dir eine proaktive Hemmung vorliegt.
Dabei behindert ein vorausgegangener Lernprozess den nachfolgenden Lernprozess. In diesem Fall blockieren die Infos über die französische Revolution deine Fähigkeit, dich auf die Mathehausaufgaben zu konzentrieren.

Umgekehrt verhält es sich bei der retroaktiven Hemmung: Die Matheaufgaben würden es dir hier schwermachen, dich an alle Fakten über die Französische Revolution zu erinnern. Kompliziert, ich weiß. Viel wichtiger ist, was man gegen diese Lernhemmung tun kann!

Tipps für’s Lernen:

Hier sind Pausen wichtig. Nach jedem Lerninhalt eine kurze Pause einzulegen hilft dabei, den Stoff zu festigen und den Kopf für Neues freizumachen. Generell solltest du nicht zu lange am Stück lernen, da dein Gedächtnis irgendwann keine neuen Informationen mehr aufnehmen kann.

Zudem kannst du dir während des Lernens einen Spickzettel schreiben, den du zur Wiederholung nutzen kannst. Dann brauchst du keine Angst zu haben, alles Wichtige wieder zu vergessen. Du kannst dich in Ruhe auf die nächste Aufgabe konzentrieren und später nochmal auf die anderen Lerninhalte zurückkommen.

Würfel STUDY

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3. Die Erinnerungshemmung

Vor der Klausur schnell nochmal den Ordner durchblättern und schnell ein oder zwei Infos mehr einprägen. Das haben wir doch alle schon mal gemacht, oder? Dabei kann die sogenannte Erinnerungshemmung auftreten. Die neuen Fakten blockieren die bereits gelernten Informationen, sodass dir am Ende manchmal gar nichts mehr einfällt. Solche Lernprobleme werden oft als Blackout bezeichnet.

Tipps für’s Lernen:

Durch das schnelle Einprägen von vielen Informationen gleichzeitig entstehen Lernblockaden. Lass dich nicht stressen! Konzentriere dich kurz vor der Prüfung darauf, das bereits Gelernte zu wiederholen und dein Wissen zu festigen.

Fange außerdem früh genug mit der Vorbereitung an, damit du kurz vor der Deadline nicht in Panik verfallen musst. Angst und Stress helfen beim Lernen nicht weiter, im Gegenteil.

4. Die affektive Hemmung

Affektive Hemmungen sind starke Gefühle, die dich vom Lernen abhalten können. Das kann ein Streit mit deinen Freunden oder auch die Vorfreude auf den Strandurlaub sein. Typisch sind Ängste vor der Prüfung, die das Lernen erschweren und Lernblockaden auslösen. Egal ob positiv oder negativ: Wenn du dich die ganze Zeit nur auf deine Gefühle konzentrieren kannst, ist Lernen gar nicht drin.

Tipps für’s Lernen:

Klingt verrückt, hilft aber wirklich: Bei der affektiven Hemmung hilft Aufräumen! Mache deinen Schreibtisch sauber, sortiere deine Bücher im Regal nach Farben oder räume die Spülmaschine aus. Beim Aufräumen ordnest du nämlich nicht nur dein Umfeld, sondern unterbewusst auch die Gedanken. Das bringt Ruhe und oftmals auch die Konzentration wieder zurück.

Falls auch das nichts hilft: Leg die Schulsachen für heute weg und mache etwas anderes, um dich ein bisschen abzulenken. Sonst sorgt die fehlende Konzentration nur für Frust und Stress und somit für noch weniger Lernerfolg.

Glühbirne

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5. Die Gleichzeitigkeitshemmung

Musik an, Welt aus – und nebenher für den Biologietest nächste Woche lernen? Schwierig. Mehrere gleichzeitige Aktivitäten verhindern die volle Konzentration auf ein bestimmtes Thema, so auch die gern genutzte Hintergrundmusik. Multitasking schön und gut, beim Lernen ist es meistens kontraproduktiv. Musik beim Lernen führt dazu, dass du vielleicht eher den Lieblingssong mitsummst, anstatt dir die Phasen der Proteinbiosynthese einzuprägen.

Tipps für’s Lernen:

Konzentriere dich auf einen Bereich statt auf mehrere Themen gleichzeitig. Lernprobleme im Gedächtnis entstehen häufig durch zu viele parallele Eindrücke, die das Gehirn zu verarbeiten versucht.

Do Not Disturb

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Gegen diese Lernhemmung hilft auch, alle Ablenkungen zu vermeiden.

Lass die Musik oder den Livestream im Hintergrund lieber aus. Auch nebenher noch auf die kleinen Geschwister aufpassen ist ein No-Go. Nimm dir explizit Zeit, die du ausschließlich deinem Lernstoff widmest. Die schönen Sachen wie Musikhören kommen dann als Belohnung danach.

Im Internet findest du noch mehr Artikel zu den Lernhemmungen, zum Beispiel hier im Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

 

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Als Auszubildende beim STARK Verlag darf ich jetzt auch als Teil des Teams von schultrainer.de über verschiedene Themen schreiben und hoffe, mit dem ein oder anderen Beitrag euer Interesse wecken zu können.

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