Impressiv und hell – Impression, soleil levant von Claude Monet

Die Luft flimmert, das Wasser schimmert und der Nebel verwischt die Szenerie. Schemenhaft schippern kleine Boote durch das Gewässer des Hafens. Hinter den Schatten der Industriehallen und Schiffen geht glutrot die Sonne auf. Die Rede ist von dem Gemälde Impression, Sonnenaufgang, das Claude Monet malte. Mehr über den Künstler, den Impressionismus und den Hintergründen des Bildes erfahrt ihr hier.

Gemälde Impression, Sonnenaufgang

Impression, Sonnenaufgang von Claude Monet

Über den Künstler Claude Monet

Oscar-Claude Monet wurde am 14. November im Jahr 1840 von seiner Mutter Louise Justine Aubrée in Paris zur Welt gebracht. Sie und sein Vater Adolphe Monet nannten ihn vorzugsweise Oscar. Die Familie Monet besaß einen Kolonialwarenhandel, der zu wenig Geld einbrachte. Aus diesem Grund zogen sie von Paris nach Le Havre, wo der Vater Arbeit bei der Familie seiner Halbschwester fand.

Der junge Monet in der Schule und während der Ausbildung

In Le Havre besuchte Claude das Gymnasium, wo ihm der französische Maler Jacques-François Ochard das Zeichnen lehrte. Die Karikaturen von Lehrern und Lehrerinnen sowie Mitschülern und Mitschülerinnen, die er dort im Unterrichten anfertige, machten ihn rasch im ganzen Ort bekannt. Der junge Schüler verdiente ein wenig Geld damit.

Im Januar 1857 starb Claudes Mutter, woraufhin sich seine Tante um ihn kümmerte. Als sein Onkel starb, übernahm sein Vater dessen Geschäfte in Le Havre. In dieser Zeit entstand Monets erstes Landschaftsgemälde und sein Wunsch, Maler zu werden. Zunächst unterstütze ihn seine Familie finanziell, bis sich der junge Künstler weigerte, der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris beizutreten. Claude Monet entschied sich stattdessen für die freie Malschule Académie Suisse.

Für die Kunst zum Militär

Als Claude Monet im April 1861 zum siebenjährigen Militärdienst einberufen wurde, stellte ihn seine Familie vor die Wahl: entweder Militär oder die Übernahme des Geschäftes in Le Havre. Monet sollte die Kunst aufgeben, dann würden sie ihn aus der Pflicht freikaufen. Claude weigerte sich und trat seinen Militärdienst an.

Aufgrund einer Typhus-Erkrankung durfte Claude Monet im Jahr 1862 zurückkehren. Seine Tante kaufte ihn von den letzten Jahren Militärdienst frei.

Zeit für die Kunst

Endlich konnte Monet sich in vollen Zügen der Kunst widmen, wobei es stetig Probleme um die finanzielle Unterstützung gab. Gemeinsam mit seinem Freund Frédéric Bazille eröffnete er gegen Mitte der 1860er Jahre das erste Atelier. Seine Gemälde wie Camille im grünen Kleid stießen zur damaligen Zeit auf positives Feedback.

Als 1870 der Deutsch-Französische Krieg ausbrach, zog Claude Monet nach London, um den Kämpfen zu entgehen. Sein Freund Bazille starb im selben Jahr an der Front. 1871 starb Monets Vater. Ende 1871 zog der Künstler zurück nach Frankreich.

In den folgenden Jahren reiste Monet viel durch Europa. Er malte im Auftrag seiner Kunden Bilder, nahm an Ausstellungen teil und ließ sich von seinem eigens angelegten Garten in Giverny inspirieren. 

Claude Monet in seinem Garten

Monet in seinem Garten in Giverny

Die Höhen und Tiefen

Im Jahr 1865 begegnete Monet seiner ersten Ehefrau Camille Doncieux. Die beiden gingen miteinander eine Beziehung ein, nachdem die junge Frau für seine Kunstwerke Modell stand. Weil er von seiner Familie finanziell abhängig war, verheimlichte er zeitweise sein Verhältnis. Monets Vater wurde erst unterrichtet, als Camille 1867 ein Kind von Claude erwartete. Die Familie reagierte ablehnend.

Gemälde Claude Monet

Gemälde mit Camille: Der Spaziergang, Frau mit Sonnenschirm

Camille durchlebte mit ihren Mann alle finanziellen Höhen und Tiefen. Sie zogen ständig um und baten Freunde mehrmals um Geld. Im März 1878 gebar sie ihren zweiten Sohn. Kurze Zeit später zogen Claude Monet, seine Frau und die beiden Kinder mit der sechsköpfigen Familie Hoschedé zusammen. Alice Hoschedé übernahm die Betreuung der Kinder und pflegte Camille Monet, die am Unterleib erkrankt war. Im Jahr 1879 starb die junge Mutter Camille im Alter von 32 Jahren.

Viele Jahre später heiratete Claude Monet Alice Hoschedé nach dem Tod ihres Mannes.

Venedig, Seerosen und Tod

Im Mai 1911 starb Monets zweite Ehefrau Alice. Sein Sehvermögen verschlechterte sich, was ihn in depressive Zustände versetzte und ihn in seiner Arbeit einschränkte. 1915 errichtete ein weiteres größeres Atelier, in dem er vor allem die Seerosendekorationen malte. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges schenkte Claude Monet dem französischen Staat acht seiner Seerosenbilder.

In seinen letzten Jahren kämpfte Monet mit der Augenerkrankung doppelseitiger grauer Star. Dennoch reiste er 1908 von Oktober bis Dezember nach Venedig, um dort zu malen und Kirchen sowie Museen zu studieren. Vier Jahre später wurden die meisten der insgesamt 37 seiner Werke in der Galerie Bernheim-Jeune ausgestellt.

Fotografie Alice Hoschedé

Fotografie von Alice Hoschedé

Mithilfe zweier Operationen 1923 konnte Claude Monet wieder uneingeschränkt sehen. Er zeichnete erneut an seinen Seerosen. Vor seinem Tod zerstörte er zahlreiche Bilder, um zu vermeiden, dass seine unvollendeten Werke an den Kunsthandel gerieten. Der Maler starb am 5. Dezember 1926 in Giverny.

Merkmale des Impressionismus

Die Bezeichnung Impressionismus hat ihren Ursprung im Titel des Gemäldes Impression, soleil levant von Claude Monet. Das Wort stammt aus dem Lateinischen („impressio“) und bedeutet übersetzt „Eindruck“. Die Stilrichtung wird zwischen den Jahren 1865 bis 1885 eingeordnet.

Ein flüchtiger Moment

Mit der Entwicklung der Fotografie begann sich die Kunst zu verändern. Man entdeckte den Ausschnitt und den flüchtigen Moment. Die Künstler fokussierte sich auf den sich verändernden Lichteinfall, der die Atmosphäre beeinflusst. Die Farbe Schwarz wurde von den Farbpaletten genommen und machte Platz für Licht und helle Farbtöne. Man versuchte – wie in einer Fotografie – den Moment festzuhalten.

Die Malerei im Freien

Die Malerei wurde nach draußen verlegt. Die Freilichtmalerei des Moments erforderte eine schnelle sowie effektive Maltechnik. Die Künstler nutzten kurze Pinselstriche. Die Farben wurden vorab nicht gemischt, sondern ergaben erst zusammen auf der Leinwand einen Farbeindruck.

Eine wichtige Unterstützung des Impressionismus war die Erfindung der Tubenfarbe, die das schnelle Arbeiten im Freien erleichterte.

Die Vorbilder

Als Vater des Impressionismus wird der Maler Edouard Manet bezeichnet, der von 1832 bis 1883 lebte und ein Freund von Claude Monet war. Neben ihm waren Paul Cézanne, Auguste Renoir und Claude Monet wichtige Vertreter des französischen Impressionismus.

Gemälde von Manet

Familie Monet gemalt von Edouard Manet

Das Gemälde
„Impression, soleil levant“

Der französische Titel „Impression, soleil levant“ wurde ins Deutsche übersetzt als „Impression, Sonnenaufgang„. Der Künstler Claude Monet malte das Bild von einem Hotelfenster aus, als er sich 1872 in Le Havre aufhielt. Monet unternahm mit seinem Werk den Versuch, das Licht der Morgenstimmung am Hafen von Le Havre einzufangen.

Ein Skandal

Die Art des Malens entsetzte die damalige Gesellschaft. Wie es für den Impressionismus typisch war, nutzte Monet kleine Pinselstriche und fokussierte sich auf den Moment und seine Atmosphäre. Schemenhaft ist der Hafen angedeutet, weshalb sich das Publikum beschwerte, die „Schmierereien“ nicht erkennen zu können.

Geraubt und gefunden

Im Oktober 1985 brachen Räuber während der regulären Öffnungszeiten im Museum Musée Marmottan Monet in Paris ein und entwendeten mehrere Gemälde des Malers. Unter ihnen war das Bild Impression, Sonnenaufgang. Erst fünf Jahre später tauchten die Bilder auf. Seither befindet sich das Werk Monets erneut im Besitz des Museums und kann dort bewundert werden.

Gemälde Seerosen

Seerosen von Claude Monet


Bilder: Gemeinfrei

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach studiert und beginne im Herbst meinen Master. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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