Goldene Zeiten – Der Kuss von Gustav Klimt

Die goldene Morgensonne durchdringt den Nebel, vertreibt die Nacht und küsst sanft die Landschaft. Lippen, die aufeinander treffen. Ein Mund, der liebevoll eine Wange küsst. Der Kuss ist Poesie, Herzklopfen und Inspiration zugleich. Das Gleiche gilt für die Kunst von Gustav Klimt, der mit seinem gleichnamigen Werk die Welt verzaubert und sich unsterblich gemacht hat.

Der Kuss, Gustav Klimt

Der Kuss von Gustav Klimt

Über den Künstler Gustav Klimt

“Whoever wants to know something about me, they should look attentively at my pictures and there seek to recognise what I am and what I want.” 

Gustav Klimt

Der Werdegang von Klimt

Der Österreicher erblickte am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien das Licht der Welt und zählt zu den bekanntesten Vertretern des Wiener Jugendstils. Er war das zweite von sieben Kindern, wobei seine Brüder Ernst und Georg ebenfalls eine Karriere als Künstler einschlugen.

Mithilfe eines Stipendiums besuchte er ab 1867 die Kunstgewerbeschule in Wien. Dort begann Gustav zusammen mit seinem Bruder Ernst und dem Mitstudenten Franz Matsch seine Karriere. Ihre ersten Aufträge konzentrierten sich auf Decken- und Theaterdekorationen. Zu dritt eröffneten sie 1883 ein Atelier und erledigten unter anderem Aufträge für das damalige österreichische Kaiserpaar.

Künstler Gustav Klimt

Gustav Klimt

Die neuen Wege seiner Kunst

Gustav Klimt begann, viel durch Europa zu reisen – immer auf der Suche nach einem eigenen Stil. Der Künstler entfernte sich von der traditionellen Maltechnik, die er gelernt hatte, und widmete sich der Moderne. Er begegnete der Designerin Emilie Flöge, die wichtiger Teil seines Lebens und seiner Kunst wurde. Zusammen mit ihr verbrachte Gustav den Sommer 1900 am Attersee, welcher Motiv einiger seiner Werke wurde. 1902 verewigte Klimt seine Freundin Flöge in einem gleichnamigen Bildnis.

Ende und Neuanfang

Nach dem Tod seines Bruders Ernst 1892 beendete Gustav Klimt seine Zusammenarbeit mit Franz Matsch. Gemeinsam mit anderen Künstlern gründete Klimt die Wiener Secession, welcher er die ersten Jahre als Präsident vorstand. 1905 trat er nach Uneinigkeiten aus. Es begann seine Goldene Periode, in der unzählige Portraits sowie “Der Kuss” entstanden.

Tod in Wien

Ein Jahr vor seinem Tod wurde Klimt zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Bildenden Künste. Am 6. Februar 1918 starb er an den Folgen eines Schlaganfalls in seiner Heimatstadt Wien.

Zeit des Jugendstils

Emilie Flöge, Gemälde von Klimt

Porträt Emilie Flöge von Gustav Klimt

Die Kunstepoche des Jugendstils lässt sich zwischen den Jahren 1890 bis 1914 einordnen. Sie wandte sich gegen den Historismus, der auf alte Formen zurückgriff, und schuf sich eigene Ideale. Dazu gehörten ausschmückende Ornamente, sorgsame Verarbeitung besonderer Materialien, Schaffung von herausragenden Oberflächen und dynamische Formen.

Der Jugendstil in Wien und Umgebung

In Europa bildeten sich verschiedene Unterströmungen des Jugendstils. Dazu zählt der Secessionsstil, dem Gustav Klimt angehörte. Die Strömung wurde von der Wiener Secession getragen und beschränkte sich lokal auf Österreich.

Mehr als ein Kuss

Das Bild zeigt eine grüne Wiese mit bunten Blumentupfen, auf der sich ein Paar aneinander schmiegt. Der Mann beugt sich sorgsam zu seiner Geliebten. Er hält ihr Gesicht in seinen Händen und küsst ihre Wange. Die Frau kniet hingebungsvoll vor ihm. Ihre Händen drücken ihn an sich und ihre Augen sind geschlossen.

Gold und Farbe

Das Gemälde, das im Museum Oberes Belvedere der Österreichischen Galerie steht, zieht seine Besucher seit 1908 in den Bann. Das Museum hat das Bild fest in seine dauerhafte Ausstellung integriert. Gustav Klimt erreichte mit der Vollendung des Werkes 1907-1908 die Hochphase seiner Goldenen Periode. Diese zeichnete sich vor allem durch die Verwendung von Materialien wie Blattgold verbunden mit Ölfarben aus. Dazu kam der Einfluss der japanischen Kunst, die als Japonismus bezeichnet wird. Dieser prägte stark Klimts Bilder sowie zahlreiche andere Werke, die im Jugendstil entstanden sind.

Goldenes Geheimnis für die Ewigkeit

Die Beliebtheit des Bildes “Der Kuss”, das ursprünglich “Das Liebespaar” hieß, spiegelt sich in zahlreichen Reproduktionen verschiedenster Art. Das Motiv findet sich auf Puzzles, Regenschirmen und Geschirr, was beweist, dass dieses Motiv der Liebe bis heute die Menschen bewegt. Experten vermuten, dass Gustav Klimt auf dem Bild sich mit seiner Freundin Emilie Flöge porträtiert hat. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird – wie einiges aus Klimts Leben – für die Nachwelt ein Geheimnis bleiben.

Das Gemälde "Der Kuss"

“Der Kuss” von Gustav Klimt hieß ursprünglich “Das Liebespaar”


Bilder: Gemeinfrei

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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