Ecken und Kanten – Pablo Picasso

Rechtecke, Quadrate, Linien und Farbe: gemeinsam vermischen sie sich zu etwas, das weit mehr ist als mathematische Geometrie. Pablo Picasso formte mit seinem Gemälde Les Demoiselles d‘ Avignon eine neue Stilrichtung der Kunst, welche ihn über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt machte.

Künstler sitzen auf Kunstwerk

Pablo Picasso und Kollegen

Über den Künstler Pablo Picasso

„Ich sehe die Natur als etwas Leidenschaftliches, Stürmisches, Unheimliches und Dramatisches an wie mein eigenes Ich.“
Pablo Ruiz Picasso

Familie Ruiz-Picasso

Fotografie der Kinder

Pablo und seine Schwester Lola, 1889

Pablo kam am 25. Oktober 1881 im spanischen Málaga zur Welt. Seine zwei jüngeren Schwestern, Lola und Conchita, wurden drei beziehungsweise sechs Jahre später geboren. Der Vater war Kunstlehrer, der zeitgleich als Konservator eines kleinen Museums arbeitete.

Ausbildung und Laufbahn

Früh begann Pablo Picasso seine Künstlerkarriere, da sein Vater ihn gezielt förderte. Mit zehn Jahren wurde er an der Schule der Bildenden Künste in A Coruña in Galicien aufgenommen. Als seine Familie vier Jahre später nach Barcelona zog, wurde Pablo Schüler der Kunstakademie „La Llotja“.

Im Anschluss studierte er an der Königlichen Akademie von San Fernando in Madrid. Da ihm die Lehrweise dort nicht gefiel, brach er das Studium nach kurzer Zeit ab.

Blaue Periode

Mit dem Selbstmord seines Freundes Carlos Casagemas 1901 begann Picassos Blaue Periode. Er widmete ihm das Bild Evokation – Das Begräbnis Casagemas. Die Farbe Blau verwendete er in seinen Werken als Ausdruck seiner Traurigkeit.

Rosa Periode

Im Jahr 1905 machte sich ein farblicher Wandel in Picassos Bildern bemerkbar. Das Blau wich zu Gunsten von rosa Farbtönen. Der Künstler reduzierte die Melancholie und setze Personen der theatralischen Unterhaltung in den Mittelpunkt.

Erster und Zweiter Weltkrieg

Picasso musste im Ersten Weltkrieg keinen Wehrdienst leisten, da er sich als Spanier in Paris aufhielt. Er blieb zurück, als seine Freunde eingezogen wurden, und konnte sich weiterhin seiner Kunst widmen.

Während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg erteilten ihm die Nazis Ausstellungsverbot. Pablo Picasso verließ die Stadt Paris von 1940 bis 1944 nicht.

Picasso und seine Frauen

Die Frauen im Leben von Pablo Picasso waren stets Bestandteil seiner Bilder. Seine erste

Fotografie von Olga

Picassos erste Ehefrau Olga

Lebensgefährtin hieß Fernande Olivier. 1912 folgte Eva Gouel, die drei Jahre später starb. Am 12. Juli 1918 ehelichte Pablo die Primaballerina Olga Stephanowna Chochlowa, von der er sich noch während der Ehe abwandte. Die beiden ließen sich aus finanziellen Gründen jedoch nie scheiden.

Zahlreiche Affären folgten, die zum Teil zeitgleich stattfanden. Ab 1943 führte er eine Beziehung mit der Malerin Françoise Gilot. Anschließend folgte die Keramikverkäuferin Jacqueline Roque, die er nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Olga heiratete.

Wissenswertes über Pablo

Picasso erschuf zu seinen Lebzeiten um die 50.000 Kunstwerke sowie Gedichte und Dramen.

Im Jahr 1911 geriet er zusammen mit seinem Freund Apollinaire unter den Verdacht, die Mona Lisa aus dem Louvre gestohlen zu haben. Der Prozess wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt.

1949 prägte er den Pariser Weltfriedenskongress mit seinem Plakat, auf dem er symbolisch die Taube für den Frieden gezeichnet hatte.

Sein Tod

Noch zu seinen Lebzeiten wurden die Museen Museu Picasso in Barcelona und Musée Picasso in Antibes errichtet. Am 8. April 1973 starb Pablo Picasso aufgrund eines Herzinfarkts, der durch einen Wasserlunge ausgelöst wurde.

Gemälde

Gitarre und Klarinette von Juan Gris

Beginn des Kubismus

„Der Kubismus ist weder ein Samenkorn noch ein Fötus, sondern eine Kunst, der es vor allem um die Form geht, und wenn eine Form einmal geschaffen ist, dann ist sie da und lebt ihr eigenes Leben weiter.“
Pablo Ruiz Picasso

Der Ursprung

Zusammen mit Georges Braque gilt Pablo Picasso als einer der Begründer des Kubismus.

Fotografie Georges Braque

Georges Braque 1908

Picassos Bild „Les Demoiselles d‘ Avignon“ gilt als Meilenstein des Kubismus. Die Kunst-Stilrichtung der Klassischen Moderne, die Picasso allmählich über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt machte, hatte ihre Hauptphase von 1906 bis 1914.

Der Name besitzt seinen Ursprung im französischen Wort cube, welches übersetzt Würfel bedeutet.

Gemälde

Füchse von Franz Marc

Erste Phase

Mit dem Analytischen Kubismus begann die erste Phase der Stilrichtung. Die Künstler arbeiteten perspektivisch einzelne Formen der Figuren heraus, wodurch sich die Konturen auflösten. Die Gemälde gewannen durch diese mehrdimensionale Geometrie und den Verlust der Gegenständlichkeit an Abstraktion. Mit Vorliebe wurden für die Bilder Grau-, Blau- und Ockerfarben genutzt.

Zweite Phase

Mit der Entdeckung realer Materialien für die künstlerische Umsetzung auf Leinwänden wurde um 1912 die zweite Phase des Kubismus eingeleitet. Durch die Verwendung der Collage-Technik erschuf man die Stilrichtung des Synthetischen Kubismus.

Aus dem Kubismus entwickelten sich noch weitere Formen wie der Farbkubismus und der Kubofuturismus, die bis heute noch die Menschen faszinieren und inspirieren.

 


Bilder: Gemeinfrei

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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