Die Französische Revolution – auf einen Blick

In Geschichte wird sie auch als „Mutter aller Revolutionen“ bezeichnet: Die Französische Revolution. Sie erschütterte Ende des 18. Jahrhunderts die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Frankreich in ihren Grundfesten. Mit ihren Ideen und Akteuren brachte sie allerdings nicht nur in Frankreich die bisherige Ordnung zu Fall, sondern strahlte auch auf andere europäische Länder aus. Nach dem Ausbruch der Revolution 1789 sollte Europa nicht mehr so sein, wie es vorher war.

Wie es dazu gekommen ist, erklären wir euch in diesem Beitrag.

Anlass für die Französische Revolution

Das Volk leidet

Adel und Klerus auf den Schultern des Dritten Stands

Die drei Stände im vorrevolutionären Frankreich (© Josse Christophel / Alamy Stock Foto)

Im 18. Jahrhundert geriet Frankreich in eine tiefe Krise. Das Land hatte wirtschaftliche und finanzielle Probleme und stand vor dem Bankrott. Kriege und das prachtvolle Hofleben in Versailles hatten viel Geld gekostet.

Besonders die einfache Bevölkerung litt unter Versorgungsschwierigkeiten und Armut. Zudem musste der Dritte Stand – Bürger und Bauern – durch Steuern für die anderen beiden Stände aufkommen. Wie in der Karikatur trug der Dritte Stand den Klerus und den Adel. Politisch durfte er aber nicht mitsprechen. Die Unzufriedenheit war groß.

Die Generalstände

Im Mai 1789 berief der unter Druck geratene König Ludwig XVI. die Generalstände ein. Dies war eine Versammlung aus Vertretern der drei Stände: Klerus, Adel und Dritter Stand. Sie sollten eine Lösung für die schwierige finanzielle Lage finden.

Letztendlich gingen sie aber über den Willen des Königs hinaus: Im Juni 1789 erklärten sich die Vertreter des Dritten Stands zur Nationalversammlung. Zum großen Teil schlossen sich auch die ersten beiden Stände an. Die Versammelten schworen im „Ballhausschwur“, erst aus­einanderzugehen, wenn sie eine Verfassung ausgearbeitet hätten.

Die Revolution beginnt

Kurz darauf wurde auch das einfache Volk in Stadt und Land aktiv. Am bekanntesten ist hier der Sturm auf die Bastille, der am 14. Juli 1789 in Paris stattfand. Dieses Ereignis gilt als Beginn der Französischen Revolution. Wie der Name schon sagt, wurde die Bastille, ein Pariser Gefängnis, von der Pariser Bevölkerung gestürmt. Heute ist der 14. Juli übrigens der französische Nationalfeiertag.

Erste Phase der Revolution

Menschenrechte Französische Revolution

Erklärung der Menschenrechte (© Prisma Archivo / Alamy Stock Foto)

Zurück zur Nationalversammlung, die im August 1789 wichtige Beschlüsse auf den Weg brachte: So wurden die Feudalrechte und Privilegien der oberen Stände weitgehend abgeschafft. Damit endete die Ständegesellschaft des Ancien Régime, also der vorrevolutionären Zeit.

Außerdem erfolgte die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Hier wurden Ideen wie die Freiheit und Gleichheit aller Menschen, Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht auf Eigentum und der Gedanke der Volkssouveränität festgehalten.

Vom Absolutismus zur Republik

Im September 1791 wurde zudem eine neu ausgearbeitete Verfassung erlassen. Aus der absoluten Monarchie wurde eine konstitutionelle Monarchie. Der König durfte nun nicht mehr absolut herrschen und wurde durch die Verfassung in seiner Macht eingeschränkt.

Dennoch: 1791/92 herrschte weiter Unzufriedenheit, z.B. unter Vertretern der Pariser Stadtbevölkerung, den Sansculotten. Da sich Frankreich ab April 1792 auch im Krieg gegen das antirevolutionäre Ausland befand, verschlechterte sich die Versorgungslage während der Revolution weiter.

Unter dem Druck der Straße wurde im September 1792 die Monarchie abgeschafft und stattdessen die Republik errichtet. Der abgesetzte König Ludwig XVI. wurde im Januar 1793 hingerichtet.

Nächste Phase der Revolution: die Terreur

Robespierre Jakobiner

Maximilien de Robespierre (© Art Collection / Alamy Stock Foto)

Nach der Einführung der Republik gewannen die radikalen Republikaner – die Jakobiner – unter Maximilien de Robespierre immer mehr an Einfluss und übernahmen 1793/94 die Macht. Mit dem Ziel, die Revolution zu vollenden, errichteten sie eine Schreckensherrschaft, die „Terreur“.

Mit der Guillotine wurden viele Menschen hingerichtet, die von den neuen Herrschern für Gegner der Revolution gehalten wurden. Als Robespierre im Juli 1794 gestürzt wurde, ereilte auch ihn dieses Schicksal („Die Revolution frisst ihre Kinder“).

Das Direktorium und das Ende der Revolution

Auf die jakobinische Herrschaft folgte von 1795 bis 1799 die Zeit des Direktoriums. Die neue Regierung arbeitete eng mit dem Militär zusammen, das nun mehr politischen Einfluss wollte.

Damals stieg auch General Napoleon Bonaparte aus Korsika auf. 1799 ergriff er durch einen Staatsstreich die Macht. Nicht nur das Direktorium fand ein Ende; Napoleon erklärte auch die Revolution für beendet.

Zusammenfassung  Französische Revolution

  • Ab 1789 wurden die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Frankreich umfassend neugestaltet.
  • Die Macht des absoluten Königs wurde zunächst durch eine Verfassung eingeschränkt. Später wurde Ludwig XVI. sogar gestürzt und die Republik errichtet.
  • Bis heute wichtig sind verschiedene Ideen der Französischen Revolution, darunter die Freiheit und Gleichheit aller Menschen, wie sie in der Erklärung der Menschenrechte (auch: Menschen- und Bürgerrechte) festgehalten wurden.

Entstehen und Scheitern der Weimarer Republik

Andy

Nachdem ich an mehreren Schularten als Lehrer tätig war, habe ich als Redakteur eine neue Aufgabe gesucht – und gefunden. Seit 2017 blogge ich für schultrainer.de über alle Themen, die mit Schule und Bildung zu tun haben. Vor allem möchte ich Schülern, Lehrern und Eltern den Spaß am Entdecken von Neuem (und auch Altem) näherbringen.

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