False friends – erkennst du sie?

Falsche Freunde? Häh!? Ein Freund, der eigentlich keiner ist? Der einem in der Not nicht hilft und zur Seite steht? Nein, natürlich geht es um false friends in Sprachen. Genauer gesagt, geht es um die Schwierigkeiten und Tücken, wenn zwei Sprachen verwandt und gleichzeitig in vielen Belangen unterschiedlich sind. Wie eben Englisch und Deutsch.

false friends shaking hands

©thinkstockphotos.com/VladimirFloyd

Was sind false friends eigentlich?

Von false friends spricht man, wenn Wörter in verschiedenen Sprachen sehr ähnlich aussehen oder klingen, aber verschiedene Bedeutungen haben. Es kann durch diese Wörter also leicht zu Missverständnissen kommen oder Verwirrung auslösen. Spricht ein Engländer z. B. von „actual“, meint er damit nicht „aktuell“ (im Sinne von „gegenwärtig“ oder „kürzlich“), sondern vielmehr „tatsächlich/eigentlich“. Ein anderes, eindrucksvolles Beispiel ist das englische Wort „mist“, das sowohl optisch, als auch akustisch nicht vom Deutschen „Mist“ zu unterscheiden ist. Allerdings kann es im Deutschen nur mit „Nebel“ übersetzt werden. Man sieht, dass die Bedeutung in der Übersetzung Probleme bereiten kann.

Warum gibt es sie?

Eine berechtigte Frage, die man aber nicht so einfach beantworten kann. Zum Einen ist es naheliegend, dass bei so vielen verschiedenen Wörtern einer Sprache und nur einer sehr begrenzten Anzahl von Lauten, Überschneidungen und Ähnlichkeiten in der Bedeutung zu anderen Sprachen vorkommen können.

a stool

A stool (© pixabay.com/CC0 Creative Commons)

Zum Anderen entwickeln sich verwandte Sprachen im Laufe der Zeit auch auseinander und unterschiedliche Einflüsse (Kulturen, Geografie, Zeitgeschichte) können Wortbedeutungen verändern.
So bezeichnet z.B. das englische Wort „stool“ nicht wie im Deutschen den Oberbegriff „Stuhl“, sondern nur eine spezielle Form (und zwar den „Hocker“ oder „Schemel“).

Wie erkennt man sie?

Diese Frage ist sogar noch schwieriger als die nach der Herkunft. Als Tipp kann man aber generell sagen, dass eine Sprache nie nur wortwörtlich in eine andere übertragen werden sollte. Diese Art der Übersetzung führt oft zu Unklarheiten, Missverständnissen oder sogar Fehlern, wie auch das Beispiel von den idiomatischen Wendungen oder idioms zeigt. Ein gutes Beispiel hierfür sind Fehler bei der Synchronisation englischsprachiger Filme und Serien ins Deutsche. Wenn etwa ein Gast sagt, er müsse dem Kellner „noch einen guten Tipp geben“, liegt klar ein Fehler vor, denn „tip“ ist die Bezeichnung für „Trinkgeld“.
Also: stets mitdenken und den Zusammenhang und Kontext beachten!

Sind alle false friends gleich „falsch“?

Es gibt durchaus Abstufungen innerhalb der „falschen Freunde“. Im Prinzip kann man sie in zwei Gruppen einteilen: die „total false friends“ (absolut falsch) und die „partial false friends“ (nur teilweise falsch).

Total false friends

Hierbei handelt es sich um Wörter, die im Englischen und Deutschen gleich klingen und/oder aussehen und komplett unterschiedliche Bedeutungen haben. Das englische „Roman“ z.B. kann im Deutschen nur mit „römisch“/„Römer“ übersetzt werden, keinesfalls mit „Roman“ (das wäre „the novel“). Ein noch schöneres Beispiel ist das englische „gift“, das „Geschenk“ bedeutet und keinesfalls „Gift“ („poison“).

Partial false friends

Bei dieser Gruppe handelt es sich meist um Wörter, die in einer bestimmten Verwendung oder einem bestimmten Kontext true friends sein können, aber in anderem Zusammenhang unterschiedliche Bedeutung haben. Diese Wörter sind ein gutes Beispiel, dass man neue Wörter immer im Kontext und mit all ihren Bedeutungen lernen sollte, anstatt sich zu jedem Wort nur eine Übersetzung zu merken. Als Beispiel kann man das deutsche „Glas“ anführen, dass zwar die englische Übersetzung „glass“ (im Sinne vom Material Glas) hat. Spricht man aber von einem „Glas“ als Behälter, muss man das englische „jar“ verwenden.

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