Zeig doch mal Gefühle… Einen inneren Monolog schreiben

Wer kennt das nicht: Man ist verliebt, hat tausend Gedanken im Kopf, legt jedes Wort und jede Geste des „Traumprinzen“ auf die Goldwaage und spielt die letzte Begegnung, das letzte Treffen im Kopf noch etliche Male durch. Genau solche Gedankenspiele und Gefühle, in die eigentlich niemand einen Einblick hat, werden bei einem inneren Monolog zu Papier gebracht. Wie man das am besten anstellt, erfahrt ihr hier.

Was ist ein innerer Monolog?

Während es sich bei einem Dialog um ein Gespräch zwischen zwei Personen handelt, ist ein Monolog ein Selbstgespräch einer Person oder Figur. Bei einem inneren Monolog spricht die Person das, was sie denkt, jedoch nicht laut aus. Sie gibt dem Leser einen Einblick in ihr Inneres – also in ihre Gefühls- und Gedankenwelt.

Was heißt das jetzt aber konkret? Ziel eines inneren Monologs ist es, die Empfindungen, Wahrnehmungen und Gedanken einer Figur zum Ausdruck zu bringen. Der Erzähler möchte dadurch dem Leser vermitteln, was die Person gerade in diesem Moment denkt.

Übrigens: Der innere Monolog ist nicht zu verwechseln mit der erlebten Rede, auch wenn die Grenzen fließend sind.

Aufbau und Inhalt des inneren Monologs

Bei einem inneren Monolog gibt es keinen klar vorgegebenen Aufbau, an den du dich halten musst. Der Figur, aus deren Perspektive du schreibst, können die verschiedensten Ideen und Gedanken durch den Kopf schießen, die dann auch genauso unsortiert aufgeschrieben werden.

Im Deutsch-Unterricht kann eine Aufgabe sein, dich in eine bekannte Figur der Literatur hineinzuversetzen und aus ihrer Sicht einen inneren Monolog zu verfassen. Das kann ein Charakter aus einem Roman oder einer Kurzgeschichte sein. Dann musst du die Handlung des Romans/der Kurzgeschichte gut kennen und in deinem Monolog unbedingt auf die Geschehnisse eingehen.

Schreib also nicht einfach drauf los, sondern stelle dir erst einmal folgende Fragen zum Inhalt:

  • In welcher Situation befindet sich die Figur? Was ist die Ausgangssituation?
  • Wie tickt die Figur? Welchen Charakter hat sie?
  • Was beschäftigt die Figur? Ist etwas Besonderes vorgefallen?
  • Wie fühlt sich die Figur? (z.B. glücklich, verliebt, wütend, traurig)
  • Verändert sich die Einstellung der Figur im Verlauf des inneren Monologs?
  • Wie endet der innere Monolog? Was könnte in der Zukunft geschehen? (z.B. Plan wird geschmiedet, Entschluss wird gefasst …)

Tipp: Notiere deine Vorüberlegungen auf einem Blatt Papier. So kannst du dich beim Schreiben daran orientieren und stellst sicher, dass du dich auf den Ausgangstext beziehst.

Sprachliche Besonderheiten

Grundsätzlich gilt: Die Sprache, die du verwendest, muss zu der Person passen, deren Sicht du einnimmst. Gibst du also die Gedanken einer Jugendlichen wieder, sollte man das auch an der Sprache erkennen. Du darfst dann jugendsprachliche Wörter verwenden und kannst auch flapsige Ausdrücke einsetzen. Musst du dich beispielsweise in einen älteren Mann hineinversetzen, solltest du darauf eher verzichten und deine Ausdrucksweise entsprechend anpassen.

Mach dir auch Gedanken über den Charakter der Figur. Schlüpfst du in die Rolle eines schüchternen Mädchens, muss das sprachlich zu erkennen sein. Du wirst dann vermutlich auf Kraftausdrücke verzichten und eher zurückhaltender formulieren.

Ganz anders kann dein Monolog hingegen klingen, wenn du beispielsweise aus der Perspektive eines rebellierenden Jugendlichen schreibst. Achte in jedem Fall darauf, dass dein Text authentisch wirkt, dass man dir also abkauft, dass es sich tatsächlich um die Gedanken der jeweiligen Figur handelt.

Folgende sprachliche Mittel und Stilmittel kannst du verwenden, um deinen inneren Monolog authentisch wirken zu lassen:

  • unvollständige Sätze
    Mist! Das Fenster! Hab ich etwa…? Ich glaube fast… Es ist noch offen!
  • Fragen an sich selbst
    Warum ist mir das nur passiert? Wie soll ich das Tobi erklären?
  • Umgangssprache/Jugendsprache
    Die Aktion war so dermaßen uncool von ihr. Das ist echt zum Kotzen!
  • Ausrufesätze
    Das ist klasse! Einfach unfassbar genial! Ich freue mich so darauf!
  • Wiederholungen
    Die Katze! Diese bescheuerte Katze ist an allem schuld. Ich konnte Katzen sowieso noch nie leiden.

Form des inneren Monologs

In der Regel verfasst du einen inneren Monolog in der

    • 1. Person (Ich-Perspektive)
    • Präsens (Gegenwart).

Wenn du über Vergangenes berichtest, wechselst du ins Präteritum oder Perfekt.

Und, alles klar zum Thema innerer Monolog? Dann lest euch jetzt noch das folgende kurze Beispiel durch und dann kann’s los gehen…

Wooow! Was für ein geiler Artikel! Endlich hab ich mal kapiert, um was es bei nem inneren Monolog wirklich geht! Hm… is ja eigentlich total easy. Warum hatte ich nur immer so Schiss davor, einen zu schreiben? Im Prinzip… ja, also eigentlich schreib ich einfach alles, was in meinem Kopf vorgeht, genauso auf. Coole Sache!

Simone

Als Redakteurin beim Stark Verlag erstelle ich verschiedenste Lernhilfen und digitale Prüfungstrainings. Nebenbei unterstütze ich das Team von schultrainer.de und blogge über so ziemlich alles, was euch hilft, in Deutsch richtig fit zu werden.

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