Textsorten unter Verdacht – Auf der Suche nach Beweisen

Um einer Textsorte auf die Schliche zu kommen, bedarf es nicht viel. Anhand weniger Merkmale kannst Du Textsorten bestimmen. Diese sind zudem hilfreich, wenn Du einen lyrischen, dramatischen, epischen oder sachlichen Text verfassen möchtest.

Stifte und Hefte

© pixabay.com/CC0 Creative Commons

So ein Drama

Die Dramatik ist eine der drei großen literarischen Gattungen. Sie bezeichnet übergreifend Texte, die zum Aufführen geschrieben wurden. Eine Ausnahme bildet das Lesedrama. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet das Wort Drama „Handlung“. Zur Gattung gehören die Komödie und die Tragödie.

Fiktive Figuren handeln auf einer Bühne, indem sie sprechen und sich mit Hilfe von Mimik sowie Gestik ausdrücken. In dramatischen Texten sind neben den Monologen und Dialogen oftmals zusätzliche Informationen zur Bühnengestaltung vermerkt.

Komödie

Die Komödie ist ein Theaterstück, das idealerweise unterhält und das Publikum zum Lachen bringt. Es ist oftmals in fünf Akte gegliedert und entspricht somit dem klassischen Aufbau.

Komödien fokussieren sich auf die Schwächen der der Protagonisten. Es entstehen Konflikte, die sich im Verlauf zuspitzen. Schlussendlich löst sich der Konflikt

Komödie und Tragödie

© pixabay.com/CC0 Creative Commons

und es wartet ein „Happy End„.

Tragödie

Die Tragödie ist als Theaterstück klassisch aufgebaut wie die Komödie. Der entscheidende Unterschied: Komödien sind komisch, Tragödien sind tragisch. Durch einen Schicksalsschlag oder einen menschlichen Fehler geraten die Figuren in einen Konflikt, aus dem sie keinen Ausweg finden. In den meisten Fällen endet die Tragödie mit dem Tod eines oder mehrerer Protagonisten.

 

Einfach nur episch

Die Epik umfasst verschiedene erzählende Texte. Daher werden zu dieser Gattung sowohl prosaische als auch lyrische Schriften gezählt. Charakteristisch ist, dass es einen Erzähler gibt, der vermittelt.

Anekdote

Die Anekdote ist eine kurze Erzählung mit lustiger Schlusspointe. In ihr handeln stereotypische Charaktereoder Berühmtheiten. Die Handlung ist fiktiv, basiert jedoch auf realen Fakten.

Fabel

In einer Fabel handeln Tiere, die menschliche Eigenschaften repräsentieren. Die kurze Erzählung hat im Idealfall Unterhaltungscharakter und endet mit einer lustigen Schlusspointe. Ziel der Fabel ist es, dem Leser eine Lehre zu vermitteln, indem am Ende eine Moral im Mittelpunkt steht.

Schafe

© pixabay.com/CC0 Creative Commons

Kurzgeschichte

Die Kurzgeschichte ist schnell zu lesen und besitzt in der Regel weniger als zwanzig Seiten. Aufgrund der begrenzten Seitenzahl ist der Inhalt beschränkt. Es treten wenige Figuren auf, die überwiegend „Typen“ repräsentieren. Diese erleben ein alltägliches Geschehen, in welchem eine plötzliche Wendung auftritt.

Der*Die Autor*in beschränkt sich auf einen Handlungsstrang, einen Ort und eine begrenzte Zeitspanne. Der Einstieg in das Geschehen geschieht unmittelbar und steuert direkt auf den Höhepunkt zu. Die Figuren werden nicht explizit vorgestellt und der Ausgang der Handlung bleibt offen.

Märchen

Ritter in Rüstung

© pixabay.com/CC0 Creative Commons

„Es war einmal…“ heißt es, weil damit sowohl Zeit als auch Ort unbestimmt bleiben. Dabei handelt überwiegend eine mittelalterliche Gesellschaft in einer magischen Zauberwelt, in der Übernatürliches geschehen kann. Das Gute tritt gegen das Böse an, wobei das Gute am Ende siegt. Es besitzt einen belehrenden Charakter.

Novelle

Die Novelle ist eine Erzählung mittlerer Länge, in deren Mittelpunkt ein besonderes Ereignis steht. Der Zufall spielt eine wichtige Rolle. Es gibt einen Handlungsstrang, der auf einen Höhepunkt zusteuert und ein eindeutiges Ende hat. Eine Novelle beinhaltet leitende Motive und wiederkehrende Dingsymbole.

Roman

Der Roman ist im Vergleich zu den anderen hier vorgestellten Textsorten von größerem Umfang. Er beinhaltet im Gegensatz zur Kurzgeschichte komplexe Handlungsstränge und tiefgründigere Charaktere. Der Roman ist in zahlreichen Genres vertreten: Krimi, Liebesroman, Abenteuer, Fantasy…

 

Zeit für Poesie

Die dritte literarische Gattung Lyrik ist verknüpft mit der Musik. Dies ist zu erkennen im Ursprung des Wortes „lyra“ – der Name des ältesten Saiteninstruments.

Die Textsorten der Lyrik sind geprägt von Metrik, Rhythmus, Komposition und Klang. Die Sprache ist verdichtet und weist in der Regel rhetorische Stilmittel auf. Das Beschriebene ist geprägt von Emotionen und Subjektivität. In der Lyrik sind teilweise Elemente der Epik und Dramatik zu finden. Zwei Textsorten, die du kennen solltest, sind die Ballade und das Sonett.

Ballade

Die Ballade ist ein erzählendes Gedicht, das lebendig und spannend von einem Geschehnis oder einer Heldentat berichtet. Sie ist in Versen und Strophen verfasst, besitzt sowohl Metrum als auch Reime. Es kann wörtliche Rede auftauchen. In der Ballade werden alle drei Gattungen Lyrik, Epik und Dramatik miteinander vereint.

Sonett

Das Sonett zeichnet sich durch seine strikte, kunstvolle Gestaltung aus. Nach zwei Quartetten (vier Verse je Strophe) folgen zwei Terzette (je Strophe drei Verse). Die zwei formal getrennten Teile beinhalten gegensätzlichen Inhalt, wobei der letzte Vers eine Pointe enthält.

 

Jetzt kommen wir zur Sache

Sachtexte informieren und liefern Fakten. Dies kann unter anderem argumentierend, kommentierend sowie appellierend geschehen, wie die nachfolgenden Textsorten belegen.

Bericht

Der Bericht informiert über ein aktuelles Thema, für das sich die Öffentlichkeit interessiert. Er beginnt mit den wichtigsten Fakten, welche die W-Fragen beantworten. Anschließend folgen genauere Details.

Essay

Band zwischen zwei Bergen

© pixabay.com/CC0 Creative Commons

In einem Essay spielt der*die Autor*in mit der Sprache und führt verschiedene Argumente auf. Der Text gleicht einem Spaziergang der Gedanken, der von einer konkreten Fragestellung ausgeht. Pro und Kontra werden kritisch abgewogen.

Kommentar

Beim Kommentar erklärt jemand seine oder ihre Meinung zu einem aktuellen Thema. Der Autor bzw. die Autorin versucht durch geschicktes Argumentieren, die Leserschaft von seiner oder ihrer subjektiven Sicht zu überzeugen. Der Text kann ironische und spöttische Elemente enthalten.

Glosse

Die Glosse ist ein Kommentar, der noch weiter zugespitzt ist und satirische Züge besitzt. Der Text ist gefüllt mit rhetorischen Stilmitteln (z. B. Hyperbel, Ironie).

Interview

Das Interview besteht aus Fragen und Antworten. Im Fokus stehen häufig prominente Persönlichkeiten, Experten und Expertinnen, die über sich oder einen bestimmten Sachverhalt erzählen. Ziel der Unterhaltung ist es, mehr über über eine Person zu erfahren oder ihre Meinung zu hören.

Journalisten

© pixabay.com/CC0 Creative Commons

Reportage

Die Reportage vermittelt den Lesenden den Eindruck, mitten im Geschehen zu sein. Der Autor bzw. die Autorin beschreibt sehr bildlich und ausführlich das Geschehen. Gut recherchiertes Hintergrundwissen und sachliche Informationen ergänzen die subjektiven Eindrücke einer Person.

Der Text startet mit einem unmittelbaren Einstieg und kann wörtliche Aussagen von auftretenden Persönlichkeiten enthalten.

 

Wie Ihr merkt, hat jede Textsorte besondere Merkmale. Es kann aber auch passieren, dass es Überschneidungen gibt oder bestimmte Merkmale komplett entfallen. Wenn Du noch mehr über die verschiedenen Textsorten wissen möchtest, schau Dir unseren Buchtipp an: Deutsch Auf einen Blick! Aufsatzarten.

 

 

Nicole

Nach meinem Studium habe ich nun als Praktikantin beim STARK-Verlag begonnen, um berufliche Erfahrungen zu sammeln. Auf schultrainer.de blogge ich über Themen, die ich interessant und spannend finde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.