Tabufragen im Vorstellungsgespräch? Das musst du wissen

Ein Vorstellungsgespräch ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Es gilt, die Chance für sich zu nutzen und das Beste aus dem Termin herauszuholen. Aber auf dem Weg zum Ziel lauern viele potenzielle Fettnäpfchen, wie ein unpassendes Outfit, Verspätung oder Tabufragen.

Damit euch unerwartete Stresssituationen nicht ins Schwitzen bringen, haben wir einen Experten um Rat gefragt: den Bewerbungsprofi Jürgen Hesse, Teil des bekannten Autorenduos Hesse/Schrader. In unserer dreiteiligen Serie verrät er euch, wie ihr im Vorfeld Fettnäpfchen vermeidet und wie ihr cool reagiert, wenn ihr doch mal in eines tretet.

Fettnäpfchenfalle Tabufragen

Top secret: Tabufragen im Vorstellungsgespräch

Bei indiskreten Fragen im Vorstellungsgespräch gilt: höflich nachhaken, in welchem Zusammenhang das Thema für die Bewerberauswahl wichtig ist.

„Haben Sie einen Freund? Bei welchen Firmen haben Sie sich noch beworben? Und welche Partei haben Sie eigentlich gewählt?“ Die Liste an Tabufragen in einem Vorstellungsgespräch ist lang. Doch welche Fragen sind unangemessen und wie reagierst du im Zweifelsfall diplomatisch? Bewerbungsprofi Jürgen Hesse erklärt dir, wie du diese Fettnäpfchenfalle elegant umschiffst.

Welche Fragen sind im Vorstellungsgespräch tabu?

Hesse: Dazu gehören eine ganze Latte von Fragen, zum Beispiel wie du dir deine persönliche (private) Zukunft vorstellst, was deine Freunde, Eltern oder Geschwister beruflich machen, was du von der Politik hältst und viele mehr. Auch Fragen nach deiner Religion, nach Krankheiten oder Vorstrafen gehören in der Regel nicht in ein Vorstellungsgespräch. Es gibt jedoch einige wenige Ausnahmen. Hat der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse, sind auch persönlichere Fragen erlaubt. Eine Übersicht über häufige Tabufragen findest du hier.

Der Grat zwischen ehrlichem Interesse und indiskreten Fragen ist sehr schmal. Nicht immer stecken zweifelhafte Absichten hinter persönlichen Fragen. Doch das Interesse am Bewerber darf nicht zu weit gehen.

Warum werden solche Fragen gestellt, was steckt aus Unternehmenssicht dahinter?

Hesse: Dahinter steckt meist einfach nur der Wunsch, dich und deine Wesensart zu begreifen. Man will dich kennenlernen und einschätzen. Manchmal sind die Absichten jedoch auch berechnender. Der Arbeitgeber möchte am liebsten im Vorfeld wissen, wie lange der potenzielle Bewerber ihm zur Verfügung steht. Vor diesem Hintergrund werden Frauen oft auf ihren Kinderwunsch angesprochen – eine der häufigsten Tabufragen.

Wie reagiere ich angemessen auf Fragen, die man eigentlich nicht stellt?

Hesse: Wenn dir eine Frage komisch vorkommt und du den Zusammenhang zu deinem zukünftigen Beruf nicht klar erkennst, frage höflich nach.

„Bitte, in welchem Zusammenhang ist das jetzt wichtig…  (kleine Pause und dann weiter) also für die Berufs- und Bewerberauswahl?” (kleine Pause)

Und dann bitte um eine Erklärung. Und stopp, kein Wort weiter… Schau dein Gegenüber sehr freundlich an und warte ab. Meistens nimmt dein Gesprächspartner die Frage zurück. Wenn nicht, kannst du immer auch sagen: „Darüber muss ich noch nachdenken.” Oder: „Ich verstehe nicht, worauf Sie hinaus wollen?”

So bekommt du auch schwierige Situationen in den Griff. Aber alles immer mit einem Lächeln!

 

Über den Autor


Jürgen Hesse

Jürgen Hesse, Bewerbungsexperte

Jürgen Hesse, Diplom-Psychologe aus Berlin, schreibt seit über 35 Jahren mit seinem Kollegen Hans Christian Schrader Berufs- und Karriere-Ratgeber. Die Erfolgsgeschichte des Autorenduos begann 1985 mit dem „Testtraining für Ausbildungsplatzsuchende”. Seitdem haben sich die Hesse/Schrader-Ratgeber mehr als 7 Mio. mal verkauft.

1992 gründeten die beiden Autoren das erfolgreiche Karriere-Beratungsunternehmen „Büro für Berufsstrategie“. Der Bewerbungsprofi Jürgen Hesse hält Vorträge auf Jobmessen in ganz Deutschland; in Magazinen und im Fernsehen tritt Hesse als Experte für Fragen rund um die Jobsuche und erfolgreiche Bewerbung auf.

 

 


 

Sonja

Mein Abi habe ich dank der STARK Bücher schon vor einiger Zeit gut geschafft. Seit 2017 blogge ich für schultrainer.de über die verschiedensten Themen. Dabei gefällt mir besonders, dass ich bei jeder Recherche für einen Beitrag so viel Neues lerne. Und mittlerweile nicht einmal mehr Mathe-Themen langweilig finde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.