Humanmedizin vs. Zahnmedizin studieren

Du weißt nicht, ob du Zahnmedizin studieren sollst oder doch lieber Humanmedizin? Du fragst dich, welches Studium besser zu dir passt? Wir stellen dir in diesen Beitrag beide Studiengänge vor. Du erfährst mehr über das Bewerbungsverfahren in Deutschland und wie du dich darauf vorbereiten kannst. Wir liefern dir Informationen zu den inhaltlichen Unterschieden und klären dich über einen nachträglichen Wechsel auf.

Bewerbungsverfahren Zahnmedizin und Humanmedizin

Zahnmedizin vs. Humanmedizin

Humanmedizin oder Zahnmedizin: Welcher Studiengang ist der richtige für dich?

Zunächst zum wichtigsten Punkt: Wie kannst du dich für Zahnmedizin und Humanmedizin an den Hochschulen bewerben? Die Bewerbung für die Studiengänge Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie erfolgt über die Plattform hochschulstart.de.

Tipp: Informiere dich rechtzeitig!

Zahnmedizin NC vs. Humanmedizin NC

Grundsätzlich ist der Numerus Clausus (kurz: NC) der Humanmedizin minimal höher angesetzt als der der Zahnmedizin. Eine allgemeingültige Aussage ist aber nicht möglich. Denn der NC unterscheidet sich je nach Bundesland sowie Hochschule und wird jährlich neu festgelegt.

Neben dem Numerus Clausus haben die Universitäten zum Teil eigene Auswahlverfahren. Vorherige medizinische Ausbildungen oder freiwillig abgeleistete Dienste können einen Vorteil verschaffen.

Wie kannst du deinen Schnitt für ein medizinisches Studium verbessern?

Junge Ärztin

Die Plätze für medizinische Studiengänge sind heiß begehrt!

Um deinen Schnitt zu verbessern, kannst du am Test für Medizinische Studiengänge, kurz TMS, teilnehmen. Dieser findet jährlich statt und darf nur einmal geschrieben werden. Schneidest du besonders gut ab, wertet das deine Abschlussnote bei der Bewerbung um ein Medizinstudium auf.

Es gibt Bücher, mit denen du dich perfekt auf diese Prüfung vorbereiten kannst. Die Vorbereitung solltest du nicht verschlafen, denn der Medizinertest verlangt den Bewerberinnen und Bewerbern einiges ab. Weitere Tipps rund um den TMS findest du unter Medizin studieren: So erhöhst du deine Chancen.

Strategische Wahl der Universität – Tipps eines Zahnmedizinstudenten

Wir haben uns mit Jacco getroffen, der gerade seine Approbation der Zahnheilkunde erhalten hat. Nach seinem Studium der Zahnmedizin ist er unser Experte und gibt im Interview Ratschläge und Einblicke.

Tipp: Geht der Abiturschnitt nicht gerade gegen 1,0 bis 1,3, sollte man taktische Standorte wählen, an welchen die Aufnahmebedingungen günstiger sind.

Nachträglicher Wechsel zwischen den Studiengängen

Gebiss-Modell

Wer mit Zahnmedizin beginnt, kann später zu Humanmedizin wechseln.

Prinzipiell ist ein Wechsel zwischen den Studiengängen im Nachhinein möglich. Wer das möchte, muss sich für das höhere Semester erneut bewerben. Ob der Studierende den Studienplatz erhält, ist von der Abiturnote und den freien Plätzen abhängig. Auch hier ist es wichtig, sich mit den spezifischen Regeln der jeweiligen Universität auseinanderzusetzen.

“Das Zahnmedizin Studium war für mich anfangs die Alternative zum Humanmedizin-Studium. Da die ersten Semester gleich verlaufen, ist ein nachträglicher Wechsel oftmals möglich. Glücklicherweise veränderte sich mein Plan und ich blieb dem Studium treu.”

Du hast einen Studienplatz bekommen, aber nicht an deinem Wunschort? Keine Panik, ein nachträglicher Uni-Wechsel über eine Tauschbörse ist leichter als der Wechsel der Studiengänge.

Inhalte und Aufbau der Studiengänge

Ärzte im OP

In der Humanmedizin folgt nach dem Praktischen Jahr die Facharztweiterbildung.

Wie du bereits erfahren hast, weisen die Studiengänge zu Beginn viele Gemeinsamkeiten auf, weshalb ein nachträglicher Wechsel unter bestimmten Bedingungen möglich ist. Während die Studierenden der Human- und Zahnmedizin am Anfang ähnliche Fächer belegen, unterscheidet sich das Studium spätestens ab dem Physikum. Dennoch haben Studierende der Zahnmedizin hin und wieder gleiche Vorlesungen und Seminare.

“Zusätzlich empfand ich die zahlreichen humanmedizinischen Vorlesungen als erfrischende Abwechslung vom täglichen Behandlungsalltag. Auch in der Zahnmedizin muss man Prüfungen in den Themenbereichen Mikrobiologie, Pathologie, Pharmazie, Innere Medizin und Chirurgie ablegen.”

Die naturwissenschaftlichen Grundlagen sind folglich dieselben. Das Zahnmedizin-Studium zeichnet sich durch einen stärkeren Fokus auf eine praxisbezogene Ausbildung aus. Aus diesem Grund können Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner schneller ins Berufsleben starten, während in der Humanmedizin nach dem Praktischen Jahr die Facharztweiterbildung folgt.

Der Aufbau der Studiengänge im Vergleich

Damit du dir einen groben Überblick verschaffen kannst, haben wir den Aufbau der Studiengänge in einer Tabelle gegenübergestellt.

Zahnmedizin Humanmedizin
Vorklinik Vorklinik
Klinik Klinik
Praktische Jahr (kurz PJ)
Assistenzzeit Facharztweiterbildung

Inhalte der medizinischen Studiengänge

Die Vorklinik startet bei beiden Studiengängen thematisch ähnlich. Grundlagen der Anatomie, der Biochemie, Physiologie, Biologie, Chemie und Physik werden im Studiengang vermittelt. Die Zahnmedizin legt bereits hier ihren spezifischen Fokus auf Zahn und Mund. Die Studierenden erfahren mehr über Zahnheilkunde und üben erstmals am Phantomkopf.

Abgeschlossen wird der Abschnitt in beiden Studiengängen mit dem Physikum. Die zahnmedizinischen Fähigkeiten werden in einer Prüfungswoche praktisch abgefragt.

“Der klinische Studienabschnitt besticht nach dem Physikum mit deutlich mehr Praxis. Die zahnärztliche Tätigkeit wechselt schrittweise vom Phantomkopf zum Menschen und die Vorlesungen spezifizieren sich. Die großen Abteilungen sind Zahnerhaltung, Prothetik, Kieferorthopädie sowie Zahn-, Mund-, Kieferkrankheiten.”

Anfertigen eines Gebissabdrucks

Im Zahnmedizin-Studium sammelt man schon früh Berufspraxis.

Im zweiten Abschnitt gehen die Inhalte verstärkt auseinander. Während sich die Humanmedizin mit dem ganzen Körper beschäftigt, bauen die zukünftigen Zahnärztinnen und Zahnärzte ihr praktisches Wissen aus.

“Zwei Studierende behandeln jeweils zusammen in einer Behandlungsbox. Das ist ein durch halbhohe Wände abgetrennter Raum, welcher einem Zahnarzt-Zimmer entspricht. Beide Studierenden teilen sich die zur Verfügung stehende Arbeitszeit.”

Durch die Erfahrungen können Studierende der Zahnmedizin nach ihrem Studium schneller und unabhängiger in die Berufswelt einsteigen.

Start ins Berufsleben nach dem Studium

Jacco ist fertig mit seinem Studium und gönnt sich jetzt eine kleine Auszeit, bevor er mit neuer Energie in den Berufsalltag startet. Seine Dissertation wird er nebenher schreiben. Er ist glücklich mit seiner Studienwahl. Obwohl er sich die Gelassenheit, die sein anspruchsvolles Studium gefordert hat, erst antrainieren musste.

“Allgemein sind jetzt zwei Jahre Assistenzzeit in einer freiwirtschaftlichen Praxis oder an einem Klinikum angesetzt. Nach diesen erlangt man die Kassenzulassung, und kann eigenständig Kassenpatientinnen und -patienten behandeln. Hierbei fungiert ein Arzt bzw. eine Ärztin als Mentor*in, wodurch man weitere Blickwinkel und Lösungsansätze für Patientenfälle erhält.”

Theoretisch muss ein*e Zahnmediziner*in keine Assistenzzeit absolvieren, wenn er*sie zukünftig nur Privatpatientinnen bzw. -patienten behandelt. Studierende der Humanmedizin müssen hingegen noch ein Praktisches Jahr und die Facharztweiterbildung durchstehen.

Bei der Bundeswehr Zahnmedizin oder Humanmedizin studieren

Wer möchte, kann das medizinische Studium mit einer Ausbildung zur Soldatin bzw. zum Soldaten verbinden. Die Bundeswehr bietet Studienplätze für Humanmedizin und Zahnmedizin an. Die Ausbildung hat einen niedrigeren NC, ist jedoch mit einer jahrelangen Verpflichtung verbunden. Das Studium bei der Bundeswehr ist vergütet.

Ausführliche Einblicke zum Thema Studieren bei der Bundeswehr erhältst du in unserem Interview: Medizinstudium bei der Bundeswehr.


Auf der Suche nach Alternativen? Wir stellen dir weitere Studiengänge vor, die sich mit dem menschlichen Körper und der Medizin beschäftigen:

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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