Theologie-Studium: Den eigenen Glauben erforschen

Du möchtest dich mit der Bibel auseinandersetzen und mehr über die Kirchengeschichte lernen? Alte Sprachen wie Griechisch, Hebräisch und Latein interessieren dich? Du kannst dir die katholische Kirche oder eine soziale Einrichtung als zukünftigen Arbeitsgeber vorstellen? Vielleicht ist Theologie studieren eine Option für dich! In diesem Beitrag erfährst von unserem Interviewpartner Jonas mehr über das Theologie-Studium.

Für wen ist das Theologie-Studium interessant?

Gebet, betende Hände

Im Theologie-Studium geht es um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Glauben.

schultrainer.de: Jonas, wie bist du auf die Idee gekommen, Theologie zu studieren?

Während meiner Schulzeit hatte ich vor allem Interesse an den naturwissenschaftlichen Fächern. Daher beschloss ich nach dem Abitur ein naturwissenschaftliches Studium zu starten. Das Studium gefiel mir gut. Doch ich stellte bald fest, dass ich gerne später in meinem Beruf mit Menschen zusammenarbeiten möchte.

Durch meine Erziehung aber auch meinen persönlichen Werdegang war ich viel mit der Kirche in Kontakt. Ich konnte viele gute Erfahrungen sammeln, z.B. in der Jugendarbeit. Daher reifte in mir der Wunsch während meines Erststudiums das Theologie-Studium zu starten, um Pastoralreferent zu werden.

Der Glaube spielt in meinem Leben eine wichtige Rolle. Über diesen möchte ich gerne wissenschaftlich mehr erfahren und den Inhalt und die Freude daran an andere weitergeben.

Inhalte des Theologie-Studiums

Das Studium beschäftigt sich im Allgemeinen mit der Lehre Gottes. Es gibt Unterschiede zwischen der evangelischen und katholischen Theologie, wobei wir uns in diesem Beitrag auf die katholische Theologie konzentrieren. Beide Studiengänge haben jedoch Inhaltliche Überschneidungen.

Was steckt hinter dem Glauben?

Mann mit Bibel

Im Theologie-Studium wird viel mit der Bibel gearbeitet.

Mithilfe verschiedener Herangehensweisen beschäftigt sich das Studium mit dieser Frage. Es hinterfragt grundsätzlich das Konzept der Wahrheit und setzt sich mit den Riten der Kirche auseinander. Auf dem Lernplan stehen das Alte und Neue Testament sowie die Kirchengeschichte von der Antike bis heute.

Die Studierenden betrachten ethische Konflikte und diskutieren darüber. Sie lernen das Wichtigste über Religionspädagogik und Kirchenrecht. Zeitgleich beschäftigen sie sich mit anderen Religionen.

Jonas, kannst du uns einen ethischen Fall aus Theologischer Ethik nennen?

Ethik – egal welche – beschäftigt sich immer mit der Frage nach dem Gut und Böse auf der einen Seite und dem Richtig und dem Falsch auf der anderen Seite. Man kann gute Ziele verfolgen, aber falsche Wege beschreiten. Alle ethischen Fragen beschäftigen sich mit diesem Dilemma.

Die christliche Ethik blickt dabei auf ethische Fragen mit den Augen des Glaubens. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Thema Sterbehilfe.

In welchen Fächern siehst du die größte Herausforderung?

Mir persönlich liegen die Fächer der biblischen und praktischen Theologie. Die größte Herausforderung stellt für mich die Dogmatik und Fundamentaltheologie und die Philosophie dar. Das Fächerspektrum der Theologie ist extrem breit.

Ich denke, dass jedes Fach verschiedene Herausforderungen, aber auch Vorzüge hat. Das Studium ist sehr vielfältig und für jeden ist etwas dabei.

Sprachen der Religion im Theologie-Studium

Steintafel Inschrift Latein

Wer Theologie studieren will, sollte keine Angst vor alten Sprachen wie Latein haben.

Durch die Verbindungen der Kirchengeschichte mit dem alten Rom spielt Latein eine wichtige Rolle im Theologie-Studium. Hinzu kommt Hebräisch, die Sprache des Alten Testaments, und Griechisch, die des Neuen Testaments.

Jonas, ist es dir schwergefallen, die Sprache zu lernen?

Eigentlich bin ich nicht sehr begabt in den Sprachen. Latein hatte ich bereits auf dem Gymnasium. Daher hatte ich vor Griechisch und Hebräisch sehr viel Respekt: Doch rückblickend muss ich sagen, dass es gut zu schaffen war.

Wenn man ständig am Ball bleibt ist es gut zu bewältigen und macht Spaß. Das praktische Anwenden an Bibeltexten erleichtert das Lernen und die Motivation.

Berufliche Aussichten nach dem Theologie-Studium

Nach dem Studium erwarten dich verschiedene berufliche Aufgabenfelder. Die Kirche sowie soziale Einrichtungen könnten dein zukünftiger Arbeitgeber sein. Das Theologie-Studium vermittelt dir die Kompetenzen für folgende Arbeitsbereiche im kirchlichen Kontext:

  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Verwaltung
  • Personalmanagement
  • Journalismus
  • Verlagswesen
  • Stiftungen
  • Bildungswesen
  • Beratung in der Politik

Generell gilt wie in den anderen Studiengängen auch: Das Einstiegsgehalt ist mit Master-Abschluss durchschnittlich höher.

Mit Magister-Studium zu einem Beruf in der Kirche

Kirche Innenraum

Einer von vielen möglichen Arbeitsplätzen nach dem Studium: die Kirche.

Wenn du einen Beruf in der Kirche wie Diakon, Pastoralreferent oder Priester ausüben möchtest, empfiehlt sich ein Magister-Studium. Der Unterschied zum Bachelor und Master ist, dass du im Magister-Studium Theologie in Vollzeit ohne Nebenfächer studierst.

Jonas, wo siehst du dich nach dem Theologiestudium?

Nach dem Studium möchte ich Pastoralreferent werden. Die Aufgabenfelder der Pastoralreferent*innen sind weitgefächert. Ich sehe mich in der Zeit nach dem Studium in einer Gemeinde, weil ich gerne mit Menschen in ihrer konkreten Lebenssituation zusammenarbeiten möchte.

Dabei gilt es Freude und Leid miteinander zu teilen. Was sich in späteren Jahren vielleicht noch ergibt, werde ich sehen.

Theologie studieren? So bewirbst du dich

Jede Hochschule hat ihr eigenes Bewerbungsverfahren. Informiere dich am besten auf der jeweiligen Homepage der Universität. Mithilfe des Hochschulkompasses findest du eine passende Hochschule, die den Studiengang Theologie anbietet.

Jonas, was würdest du all diejenigen raten, die sich für Theologie interessieren?

Am besten man nimmt mit der Fachschaft der Universität Kontakt auf. So bekommt man gleich erste Fragen beantwortet und man tritt mit Personen in Kontakt, die bereits Theologie studieren. Daraus können sich ein persönliches Treffen oder Schnuppervorlesungen ergeben.

Gut ist es auch, wenn man sich Gedanken macht, mit welchem Ziel man Theologie studiert. Ist es das reine Interesse am Fach oder ein bestimmter Berufswunsch? Für die Berufe bei der Kirche gibt es während dem Studium eine begleitende Ausbildung.

Voraussetzungen für das Theologie-Studium

Welche Voraussetzungen sollten Interessierte für den Studiengang mitbringen?

Zum einem sollte man Lust und Interesse auf das Fach haben. Das Studium der Theologie ist wie die anderen Studienfächer an der Universität ein wissenschaftliches Fach: Das bedeutet, man kann es sogar studieren, ohne an Gott zu glauben.

Man sollte Freude daran haben sich mit komplizierten Gedankengängen auseinanderzusetzen.

Außerdem werden viele Texte gelesen und Hausarbeiten geschrieben […] und man sollte bereit und offen für Diskussionen sein.

Es bedarf auch einer gewissen Standfestigkeit, da das Theologie-Studium eigene Glaubensvorstellungen in Frage stellen kann.


Dir fällt die Entscheidung schwer? Hier erfährst du mehr zur Studienwahl:


Du möchtest mehr über einen spezifischen Studiengang wissen? Dich interessieren die persönlichen Erfahrungen anderer Studierenden? Schau in unserer Rubrik Studienwahl vorbei. Wir stellen dir interessante Studiengänge vor:

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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