Schauspieler werden: Vom Wunschtraum zur Realität

Du möchtest Menschen zum Lachen und zum Weinen bringen? Du liebst Theater, Kinofilme und Serien? Dein Herz schlägt für die Schauspielerei? In diesem Beitrag erhältst du alle wichtigen Informationen zur Ausbildung an einer privaten Schauspielschule und Antworten auf die Frage: Wie werde ich Schauspielerin bzw. Schauspieler?

Schauspielerei: Mehr als ein Traum

Hollywood Hills

Auf dem Weg nach Hollywood

In unserem Interview berichtet Alina davon, wie ihre Bewerbung an der Münchner Film Akademie (kurz mfa) verlief und was sie bisher gelernt hat. Erst vor kurzem hat sie das zweite Jahr der Grundausbildung begonnen.

Als meine Eltern meinen Traum als nicht komplett abwegig einstuften, traf ich die Entscheidung: Ich wusste: Es ist das, was ich machen will und dass ich es schaffen kann. Ich denke, das war der entscheidende Moment.

Schauspieler-Ausbildung an der Privaten Schauspielschule: Fakten und Inhalte

Neben den staatlichen gibt es zahlreiche private Schauspielschulen in Deutschland. Sie sind in allen großen Städten zu finden – wie zum Beispiel in Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart und München. Sie alle bilden zukünftige Schauspielerinnen und Schauspieler für Theater, Film oder Fernsehen aus.

Am Ende des Beitrags findest du Verlinkungen zu privaten Schauspielschulen in Deutschland.

Die mfa in München

Die München Film Akademie ist staatlich genehmigt und Mitglied im Verband deutschsprachiger privater Schauspielschulen (kurz VdpS). Ziel dieses Verbandes ist es, alle qualitativ hochwertigen Schauspielschulen zu vereinen und zu kennzeichnen. Das ist notwendig, da die Berufsbezeichnung Schauspielerin bzw. Schauspieler in Deutschland nicht geschützt ist.

Inhalte des mfa-Bachelors

Alina absolviert momentan den mfa-Bachelor. Es handelt sich dabei um die interne Bezeichnung der grundlegenden Ausbildung zur staatlich anerkannten Schauspielerin bzw. zum staatlich anerkannten Schauspieler für Film und Fernsehen.

Mit der Ausbildung sind die Weichen für den späteren Einstieg in den Beruf gestellt. Der Unterricht an der privaten Schauspielschule vermittelt das nötige Wissen, um Karriere im Schauspiel-Business zu machen.

Da es eine Meisner Ausbildung ist, haben wir vier große Blöcke Meisner Training in den drei Jahren. Zusätzlich lernen wir andere Techniken kennen, wie beispielsweise Stasberg oder Checov. Diese sind aber nur einen Block lang. Nach jedem dieser Blöcke folgt ein Block mit Szenenproben oder Drehs.

Der Unterricht wird in Blöcken angeboten, die unterschiedliche Themen behandeln. Dabei müssen die Auszubildenden mit 30 Wochenstunden von Montag bis Freitag rechnen. Die Hauptmodule werden begleitet von Nebenfächern wie zum Beispiel Tanz, Kampfsport, Sprecherziehung, Theatergeschichte und Filmgeschichte.

Extra Workshops für alle

Des Weiteren bietet die Schule Workshops, kompakte Schauspielkurse und Einzelcoaching an. Das Angebot umfasst ebenfalls Drehbuch schreiben sowie Kamera und Regie. Die Kurse kann man beliebig zur Ausbildung hinzubuchen. Für jeden Kurs fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Eine Übersicht mit den Gebühren findest du hier.

Bühne versus Kamera: Wo liegt dein Talent?

Schauspieler*innen werden in Bühnenstücken, bei Film und Fernsehen beschäftigt. Im Laufe der Ausbildung versucht man herauszufinden, was einem liegt und welche Präferenzen man hat. Die Entscheidung für die Bühne oder Film und Fernsehen kann ganz individuelle Gründe haben.

Filmdreh Klappe

Klappe und Action

Alina mag zum Beispiel die Detailgenauigkeit, auf der es vor der Kamera ankommt. Genauso fasziniert sie das Schauspiel auf der Bühne, wenn sie in ihre Rolle schlüpft. Deshalb möchte sie sich noch nicht festlegen, wohin es später gehen soll.

Ich bin hin- und hergerissen. Beides hat seinen Charme und es fällt mir schwer, mich für eines zu entscheiden. Ich stehe gerne auf einer Bühne. Es ist spannend, nur einen Versuch zu haben, die Publikumsreaktionen mitzubekommen und am Ende den Applaus zu hören. Das ist ein tolles Gefühl.

Am Ende der Ausbildung erarbeitet sich jede Schauspielerin bzw. jeder Schauspieler ein Demoband, mit dem sie*er sich bei Agenturen bewerben kann. Mit einem gelungenen Demoband steigen die Chancen, zu Castings eingeladen zu werden.

Ergänzend zur Ausbildung: Theaterjahr oder Masterclass

Sich regelmäßig weiterzubilden, ist der beste Weg, sich von der Konkurrenz abzuheben. Jede Sprache, jedes Instrument und jede weitere Fähigkeit kann entscheidend sein, wenn du dich bei einem Casting durchsetzen willst.

Die Münchner Filmakademie bietet nach abgeschlossener Ausbildung zum Beispiel ein Theaterjahr oder die Masterclass an. Mithilfe dieser Erweiterung zum Studium sollen Inhalte ergänzt werden, die bisher zu kurz kamen. Der*Die Schauspieler*in kann sich dadurch je nach Interessen spezialisieren.

In diesem Jahr arbeitet man viel auf einer Bühne und lernt alles, was man zum Vorsprechen auf der Bühne benötigt. Dazu gehören zum Beispiel klassische Monologe.

An der Schauspielschule bewerben

Alle seriösen Schulen haben vorab ein Aufnahmeverfahren, um die Eignung der Bewerberinnen und Bewerber zu prüfen. Die Termine der Bewerbung und die einzureichenden Unterlagen finden sich auf der jeweiligen Homepage der Schauspielschule.

An den meisten Schauspielschulen muss man klassisch vorsprechen, indem man Monologe vorbereitet und diese vor einer Jury vorträgt. An meiner gibt es ein anderes Bewerbungsverfahren.

Bei der Prüfung an der mfa meldet man sich vorab per Mail zu einem Einzeltermin oder zum Bewerbertag an. An diesem Tag treffen die Bewerber*innen auf die Dozentinnen und Dozenten der Schule. Es werden Einzelgespräche geführt und gemeinsam schauspielerisch gearbeitet. Auf diese Weise sollen beide Seiten herausfinden, ob es passt. Wann der nächste Bewerbertag ist, alle Informationen zur Bewerbung und eine Kontaktmöglichkeit kannst du hier nachlesen.

Gebühren an der privaten Schauspielschule

Die verschiedenen privaten Schauspielschulen in Deutschland bieten ihre Ausbildung für Preise zwischen 400 bis 600 Euro pro Monat an. An der Schule in München fallen zu Beginn eine Anzahlung und anschließend monatliche Ausbildungsgebühren an.

Ich bezahle 425€ im Monat über die drei Jahre, sprich 36 Monate, hinweg. Am Anfang habe ich eine Anzahlung über 2.500€ geleistet. Für das Theaterjahr sind es nochmal zusätzlich 4.800€.

Mehr zu den Kosten an der mfa erfährst du hier.

Finanzierung der privaten Schauspielschule

Es ist nicht einfach, nebenher zu jobben. Als angehende Schauspielerin oder angehender Schauspieler muss man seine Wochenenden und Ferien für ein regelmäßiges Einkommen opfern. Wie bei anderen Ausbildungen und Studiengänge kann man alternativ Stipendien und BAföG beantragen.

Achtung: BAföG kann nicht an jeder privaten Schauspielschule beantragt werden!

Um ihre Ausbildung finanzieren zu können, jobbt Alina nebenher als Kellnerin und trägt Zeitungen aus. Im Jahr nach ihrem Abitur hat sie zudem viel gearbeitet, um sich Rücklagen aufbauen zu können. Auf diese Weise hat sie immer die Möglichkeit, Zeiten zu überbrücken, in denen sie sich ausschließlich auf die Ausbildung konzentrieren muss.

In den Ferien arbeite ich zusätzlich in einem kreativen Kinderferienprogramm mit. Meine Eltern unterstützen mich, indem sie meine Fahrtkosten übernehmen und ich weiterhin zu Hause wohne – zumindest im Moment.

Traue dich, lebe deinen Traum

Schauspiel ist dafür bekannt, kein sicheres Berufsfeld zu sein. Dessen sollte man sich bewusst sein. Dennoch ist es einen Versuch wert, wenn die Schauspielerei dein großer Traum ist und du Talent dafür hast.

Schauspieler in der Maske

In der Maske: Vorbereitung auf den Auftritt

Viele der Schulen arbeiten mit Agenturen zusammen, in deren Karteien die angehenden Schauspieler*innen bereits während ihrer Ausbildung aufgenommen werden. Auf Plattformen wie crew-united wird regelmäßig nach Schauspielerinnen und Schauspielern gesucht. Wichtig ist, ein gutes Demoband zu haben, das bei der Bewerbung direkt überzeugt.

Ich finde, dass es keine Entscheidung ist, die man leichtfertig treffen sollte. Aber wenn es das ist, was man von ganzem Herzen möchte, kann ich nur raten: Probiert es! Sonst werdet ihr euch ewig fragen, was gewesen wäre, wenn ihr euch getraut hättet.

Alina bereut nichts. Sie ist froh, dass sie sich ein Jahr Zeit nach dem Abitur genommen hat. Das Jahr hat ihr den Freiraum gegeben, herauszufinden, was sie will. Außerdem hat sie die Zeit genutzt, um Rücklagen für die Schauspielausbildung aufzubauen.

Alle hier aufgeführten Schulen sind im Verband deutschsprachiger privater Schauspielschulen.


Das vollständige Interview mit Alina zu ihrer Ausbildung an der privaten Schauspielschule in München kannst du hier nachlesen.

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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