Kommunikationswissenschaft: Was mit Medien?

Du bist fasziniert von sozialen Medien und interessierst dich für Journalismus oder andere Formen der Massenkommunikation? Dann ist das Studium der Kommunikationswissenschaft für dich möglicherweise der perfekte Einstieg in die Welt der Medien.

In diesem Beitrag teile ich mit euch die Erfahrungen, die ich während meines Studiums „Kommunikationswissenschaft“ an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München sammeln konnte.

Über mich

2016 habe ich mich dazu entschieden, Kommunikationswissenschaft mit dem Nebenfach Politikwissenschaft zu studieren. Meine Bachelorarbeit über impfkritische Kommentare auf Facebook habe ich im sechsten Semester verfasst.

Inzwischen habe ich alle theoretischen Teile des Studiums an der Uni abgeschlossen. Deshalb kann ich jetzt als Praktikantin in der Marketingabteilung des STARK Verlags noch einmal Praxisluft schnuppern.

Kommunikationswissenschaft: Was ist das überhaupt?

Irgendwas mit Medien – das stellen sich viele Studienanfänger*innen vor, wenn sie im Oktober in die ersten Vorlesungen kommen. Diese Beschreibung ist ziemlich treffend. Denn grob gesagt beschäftigt sich die Kommunikationswissenschaft mit allen Phänomenen, Prozessen und Effekten, die im Zusammenhang mit Medien zu erkennen sind.

Die Bewerbung

Viele Abiturientinnen und Abiturienten möchten gerne Kommunikationswissenschaft in München studieren. Da es aber nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen gibt, ist der Studiengang an der Ludwig-Maximilians-Universität zulassungsbeschränkt. In diesem Fall werden die vorhandenen Plätze nach Abiturnoten vergeben. Die Notengrenze, die dabei gezogen wird, nennt man „Numerus clausus“. Die Werte ändern sich je nach Bewerberzahl und Platzangebot jährlich.

Als ich 2016 mein Studium begonnen habe, lag der NC bei 1,8. Falls du dich für dieses Studium interessierst, ist eine gute Abiturnote sehr wichtig.

Der Aufbau

Beim Studiengang Kommunikationswissenschaft handelt es sich um einen sogenannten Zwei-Fach-Bachelor. Das bedeutet, man kann ihn nur in Kombination mit einem weiteren Fach studieren. Man belegt ihn entweder als Haupt- oder als Nebenfach. Je nach Wahl beinhaltet das Fach entweder zwei oder ein Drittel der Studienleistungen. Nach dem erfolgreichen Abschluss erhält man den Titel Bachelor of Arts.

Die Studieninhalte

Buchseiten

Kommunikationswissenschaft beruht auf vielen theoretischen Konstrukten. © pixabay.com

Der Name „Kommunikationswissenschaft“ lässt darauf schließen, dass es sich um ein wissenschaftliches Studium handelt. Man bekommt keine praxisorientierte Medienausbildung, sondern lernt, Modelle und Theorie anzuwenden. Besonders in den ersten Semestern werden die wichtigen Grundlagen gelehrt. Später können die Studierenden auf unterschiedliche Forschungsbereiche wie Journalismus, politische Kommunikation oder Mediengeschichte fokussieren.

Wer denkt, dass er Mathe nach der Schulzeit links liegen lassen kann, wird spätestens im zweiten Semester eines Besseren belehrt. Denn dann stehen Statistik und Datenanalyse auf dem Stundenplan. Dieses Modul, so nennt sich ein Fach an der Uni, darf man nicht unterschätzen. Denn je weiter das Studium fortschreitet, desto wichtiger werden diese Kenntnisse. Aber keine Panik, das Übungsangebot und die Geduld der Dozenten ist groß und Statistik für Kommunikationswissenschaftler*innen ist kein Hexenwerk.

Später im Studium dreht sich dann fast alles um wissenschaftliche Studien, die die Studierenden selbst durchführen dürfen. Zwar haben diese Module meist keinen berufspraktischen Bezug. Man merkt aber, dass sich momentan im Zuge der Digitalisierung viel verändert und sich spannende Themen für die Forschung ergeben.

Falls du dir anschauen möchtest, welche Veranstaltungen angeboten werden, klick dich doch mal hier durch.

Bei den Studieninhalten kommt es stark darauf an, an welcher Hochschule man studiert. Je nach Ausrichtung kann das Studium praktischer oder theoretischer ausgelegt sein.

Besondere Veranstaltungen

Das Studium basiert zwar vorwiegend auf der Theorie, allerdings gibt es verschiedene Veranstaltungen und Angebote. Sie sollen die Studierenden nicht nur auf spätere Tätigkeiten und dafür benötigtes praktisches Know-how vermitteln. Sie geben viel mehr die Möglichkeit, in verschiedene Bereiche hinein zu schnuppern.

Wissen, was möglich ist: Kommunikationsberufe kennenlernen

Figuren von Reportern

Praktische Medienerfahrung können Studierende in Seminaren sammeln. © pixabay.com

Zu Beginn des Studiums werden alle Grundbausteine für den späteren Verlauf gelegt. Dazu zählen nicht nur die wichtigsten theoretischen Konzepte. Studierende der Kommunikationswissenschaft sollen von Anfang an über die Vielfalt der Möglichkeiten nach ihrem Abschluss Bescheid wissen.

Dafür gibt es die Veranstaltung „Kommunikationsberufe“. Dort erzählen Praktiker aus der Medien- und Kommunikationsbranche von ihrem Arbeitsalltag und stellen ihren persönlichen Werdegang vor. Aus der Vielzahl der angebotenen Vorträge kann jede*r diejenigen besuchen, die sie*ihn am meisten ansprechen und interessieren.

Teilweise werden neben Vorträgen auch Exkursionen angeboten. Natürlich sind die wenigen Plätze heiß begehrt, wenn es darum geht, bei Aufnahmen für Galileo oder der BR-Abendschau einen Blick hinter die Kulissen zu werfen oder die Abläufe in einer Werbeagentur kennenzulernen.

Auch ich habe in der Veranstaltung viel gelernt. Zum Beispiel durfte ich bei einer Aufzeichnung von Leschs Kosmos zusehen. Vom Aufnahmeleiter bis zum Moderator Harald Lesch nahmen sich alle am Set viel Zeit für unsere kleine Gruppe.

In den Vorträgen standen viele interessante und erfolgreiche Persönlichkeiten Rede und Antwort. So erzählten Kommunikationstrainer Moritz Küffner, Chefredakteur der ADAC Motorwelt Martin Kunz oder Radiomoderator Mike Hager von ihrem Alltag. Die ehrlichen Einblicke gaben mir wesentliche Impulse für meine weiteres Studium.

Wenn du dich über die verschiedenen Angebote informieren möchtest, schau hier vorbei. Im Übrigen gibt es vor allem bei den Vorträgen Plätze für Gasthörer*innen. Falls du dir das mal genauer ansehen möchtest, melde dich beim Institut für Kommunikationswissenschaft der LMU München.

Zeit zu üben: Die Berufspraxis-Seminare

Neben Veranstaltungen zur Orientierung bietet das Studium direkte Seminare an, in denen praktische Projekte durchgeführt werden. Diese können völlig unterschiedlich aufgebaut sein. Von einem Wochenendkurs über das Texten, zu einer wöchentlichen Radiosendung oder der Ausgestaltung einer eigenen Werbekampagne ist alles dabei.

Ich habe in einem Seminar zum Beispiel die Grundlagen von politischer Öffentlichkeitsarbeit und Werbekampagnen der Ministerien gelernt.

Besonders spannend war ein Workshop mit Karen Webb, der Moderatorin der ZDF-Sendung „Leute heute“. Dort lernten wir, Meldungen und andere Beiträge für Radio oder Fernsehen zu texten.

Fotoshooting

Fotografie und Film spielen in den Berufszweigen der Kommunikationswissenschaft eine große Rolle. © pixabay.com

Erste Erfahrungen sammeln: Das Praktikum

Wenn du dich im Hauptfach für Kommunikationswissenschaft entscheidest, besteht ein Teil deiner Leistungen nicht nur aus Veranstaltungen in der Uni. In einem Umfang von 400 Stunden müssen Praktika absolviert werden. Insgesamt musst du zum Studienende mindestens zwei Praktika vorweisen können. Dann gilt auch dieser Teil als bestanden.

Für die Praktika gibt es kein extra eingeplantes Semester. Deswegen müssen Studierende diese Praxiserfahrungen in den Semesterferien sammeln. Alternativ kann man besonders für längere Praktika ein Urlaubssemester beantragen. Auch Tätigkeiten als Werksstudent*in kann man sich als Praktikumsleistung anrechnen lassen.

Was kommt danach?

Mit der Abgabe der Bachelorarbeit beginnt der nächste Schritt. Generell gibt es zwei Möglichkeiten: Das Studium weiter vertiefen und einen Master beginnen oder direkt ins Berufsleben einsteigen.

Master

Nach dem Bachelor gibt es für Absolventen viele Wege. Wer sein Wissen noch weiter ausbauen möchte, ist nicht nur auf einen Bereich beschränkt. Am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) an der LMU gibt es drei Masterstudiengänge. Möchte man die bisher erworbenen Kenntnisse weiter vertiefen, bietet sich der Master Kommunikationswissenschaft an. Theorie und Forschung stehen dort im Fokus.

Anders sieht die Gestaltung in den weiterführenden Studiengängen „Internationale Public Relations“ und „Journalismus“ aus. Sie bieten neben theoretischen Grundlagen auch die direkte Verknüpfung zur Praxis. So sind zum Beispiel Praktika fest im Studienplan verankert.

Beruf

Die Möglichkeiten nach dem Studium sind vielseitig. Einige landen im Journalismus oder Marketing, andere arbeiten als Medienforscher*innen oder PR-Berater*innen. Das Studium bietet dir gute Hilfen zur Orientierung. Das Wichtigste ist jedoch Eigeninitiative. Je mehr Erfahrungen du sammelst, desto leichter werden dir Entscheidungen fallen, die deine Zukunft betreffen.

Auf der Website des IfKW findest du alle Informationen rund um den Studiengang. Die Studienberatung des Instituts steht dir für Fragen zur Verfügung.

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Andrea

Ich studiere Kommunikationswissenschaft mit dem Nebenfach Politikwissenschaft. Momentan mache ich ein Praktikum beim STARK Verlag und blogge bei schultrainer.de über alles, was euch den Schulalltag erleichtert.

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