Interview: Medical Sports and Health Management

Du betreibst gerne Sport und interessierst dich für Gesundheitsmanagement oder Gesundheitswesen? Dir ist ein Studium lieber als eine Ausbildung? Dann haben wir das Richtige für dich! In unserem Interview plaudert Sara mit uns offen über ihr Bachelor Studium Medical Sports and Health Management an der privaten Fachhochschule des Mittelstands (kurz FHM) in Bamberg. Gerade beginnt sie mit dem dritten und letzten Jahr ihres Bachelor-Studiums.

Trainingsschuhe und Hanteln

Der Studiengang Medical Sports and Health Management verbindet die Bereiche Sport, Medizin und Wirtschaft.

Wie bist du auf das Studium Medical Sports and Health Management gekommen?

Ich wollte nach dem Abi gerne in Richtung Sport studieren, konnte mir aber nicht vorstellen, Sportlehrerin zu werden. Außerdem war es mir wichtig, in der Gegend zu bleiben, in der ich aufgewachsen bin. Deswegen habe ich nach Studiengängen in der Region gesucht.

Im Internet bin ich dann auf die FHM gestoßen und fand den Studiengang total ansprechend, weil er Sport, Medizin und Wirtschaft vereint. Daraufhin habe ich mich beworben und wurde zum Glück nach dem Auswahlverfahren angenommen.

Was ist das Ziel des Studiums?

Trainerin und junge Frau beim Gewichte heben

Die Studentinnen und Studenten lernen, welches Training nach einer Verletzung bei der Genesung unterstützt.

Ziel des Studiums ist es, uns die Zusammenhänge zwischen Bewegung und Gesundheit verständlich zu machen. Außerdem bekommen wir einen Überblick darüber, wie man dies auf der Management-Ebene organisieren müsste. Am Ende des Studiums werden wir beispielsweise wissen, wie man jemanden mit einem Kreuzbandriss durch das richtige Training wieder fit bekommt. Ergänzt wird dies mit Einblicken in Bereichen wie Ernährung und Pädagogik. Auf diese Weise können wir ganzheitlich an einem Menschen herantreten oder Sportkurse anleiten.

Was für Fächer hast du?

Die prägendsten Fächer sind vor allem am Anfang Anatomie, Trainingslehre und Didaktik. Anatomie vermittelt die Grundkenntnisse des menschlichen Körpers. Die Trainingslehre setzt sich mit einem sinnvollen Aufbau von Trainingseinheiten, – methoden und zyklen auseinander. Die Didaktik lehrt uns das Wissen für den praktischen Sportunterricht, um Stunden anleiten und Kurse halten zu können.

Darüber hinaus hatten wir viele andere Fächer wie Englisch, BWL, Selbstmanagement, Unternehmensgründung, Teammanagement und andere.

Tipp: Man kann alle Fächer auf der Internetseite der FHM unter dem Studiengang Medical Sports & Health Management nachlesen. Dort sieht man, welches Fach wann geplant ist und wie sie im Studienverlauf gewichtet werden.

Besteht Medical Sports & Health Management mehr aus Theorie oder Praxis?

Frau macht Sit-ups

Der Studiengang Medical Sports and Health Management vermittelt nicht nur die Theorie, sondern bietet auch einige Praxis-Module.

Grundsätzlich sind die meisten Module theoretische Fächer, wobei unsere Dozenten versuchen, Praxisnähe herzustellen. Fächer wie zum Beispiel Didaktik, Freizeit- und Gesundheitssportarten bestehen zum Großteil aus Praxis.

Zusätzlich ist ein halbes Jahr des dreijährigen Studiums komplett in der Praxis. Jeder der Studenten sucht sich eine oder mehrere Praktikumsstellen aus und arbeitet dort Vollzeit für ein paar Wochen/Monate. Ziel der Praktika ist zu sehen, welche Richtung am meisten gefällt. Zu diesem Zeitpunkt besitzt man bereits einiges an Theoriewissen aus dem ersten Studienjahr.

Ich war zum Beispiel in einem Gesundheitszentrum in Erlangen und bei einem Leistungsdiagnostik-Experten in Nürnberg. Viele von uns konnten an ihren Praktikumsstellen einen Studentenjob im Unternehmen anschließen und waren echt froh über die Erfahrungen. Es gab, soweit ich es mitbekommen habe, bei uns niemanden, der unglücklich aus der Praktikumsphase wiederkam.

Bei euch gibt es Trimester – was bedeutet das?

Das heißt, dass bei uns das Jahr nicht in zwei Blöcke aufgeteilt ist, wie bei sogenannten Semestern, sondern in drei. Der Sinn dahinter ist, dass man nicht zwei Klausurenphasen hat, in denen man jeweils sieben oder mehr Klausuren schreiben muss. Durch die drei Blöcke soll alles entzerrt werden. Ob es einen Unterschied macht, kann ich nicht beurteilen, da ich nie in Semestern studiert habe.

Das führt leider dazu, dass ich selten dann frei habe, wenn meine Freunde an den „normalen“ Unis frei haben. Durch die Trimester verkürzen und verschieben sich unsere Ferien.

Über welche Themen werden bei euch üblicherweise Bachelorarbeiten geschrieben?

Prinzipiell kann man über alles schreiben, mit dem man während seines Studiums zu tun hatte – solange dies mit den Dozenten bzw. Dozentinnen abgeklärt ist. Viele Themen gehen beispielsweise um Kraftmessungen und das Erforschen bestimmter Trainingsmethoden sowie Einflüsse auf die Leistungssteigerung.

Servierplatte mit gesunden Lebensmitteln

Sara hat sich für ihre Bachelorarbeit ein Thema aus dem Bereich „Ernährung“ ausgesucht.

Ein möglicher anderer Bereich ist die Ernährung. Ich werde voraussichtlich über Mangelernährung in der Schwangerschaft schreiben, weil ich dazu gut eine Studie zusammenstellen kann.

Man schreibt bei uns neben der Bachelorarbeit (30% der Gesamtnote) noch eine SiP-Arbeit (Studium in der Praxis). Die SiP-Arbeit macht 20% der Gesamtnote aus und betrachtet ein Thema aus einem absolvierten Praktikum näher. Mein Thema ging dort um die Auswirkung von Sporttherapie auf chronische Schmerzpatienten. Es ist sehr frei und man wird bei fast jedem Thema unterstützt.

Gibt es einen Master?

Speziell für Medical Sports gibt es meines Wissens nach keinen Master. Man kann dennoch viele Master-Studiengänge in ähnlichen Bereichen anhängen (auch an staatlichen Unis).

Ich werde voraussichtlich einen in Richtung Leistungsdiagnostik studieren, andere in meinem Jahrgang wollen in Erlangen den Studiengang Physical Acitivity & Health angehen.

Würdest du Bamberg als Studienort empfehlen?

Bamberg

Bamberg hat Studierenden einiges zu bieten.

Ich persönlich finde Bamberg total schön zum Studieren! Nicht zu groß, nicht zu klein. Man kommt überall mit dem Fahrrad gut hin und es ist eine hübsche Stadt.

Es gibt viele Studierende und von der Sperrstunde sollte man sich nicht abschrecken lassen. Dank ihr fängt die Nacht in Bamberg ein bisschen früher an und hört dann ein bisschen früher auf. Damit ist man am nächsten Tag nicht erst nachmittags wach, sondern kann die Zeit sinnvoll nutzen.

Wie sieht es mit Studiengebühren aus?

Die FHM ist eine private Fachhochschule, das heißt, wir müssen monatlich Geld bezahlen, damit wir studieren dürfen. Die Höhe des Betrags ist davon abhängig, ob man monatlich, jährlich oder alles am Anfang zahlt. Da unsere Hochschule bald umziehen will, gelten meine Gebühren aber nicht mehr für zukünftige Studierende. Diese sollen ein neues, schönes Uni-Gebäude bekommen, weshalb die Studiengebühren angepasst werden. Die jeweils aktuellen Gebühren findet man hier auf der Internetseite der FHM.

Was würdest du allen raten, die sich für Medical Sports & Health Management interessieren?

Ich würde jedem raten, vorab gut zu überlegen, ob man tatsächlich für den Studiengang geeignet ist. Es ist eine Menge Geld, die man in diese drei Jahre steckt. Und entweder es lohnt sich – wie in meinem Fall – oder es ist rausgeschmissenes Geld.

Man muss sich darauf einstellen, dass häufig organisatorisch kurzfristige Änderungen anfallen, da es den Studiengang noch nicht lange gibt. Es werden stetig neue Sachen ausprobiert.Einige Prüfungen laufen z.B. bei uns anders ab als in den zwei Jahrgängen vor uns (Ich bin im dritten Jahrgang überhaupt). Deshalb kann man sich nicht immer auf das verlassen, was einem die höhren Semester erzählen.

Nebenbei arbeiten muss ebenfalls gut überlegt sein. Wir haben keinen regelmäßigen Stundenplan und jede Woche läuft anders ab. Jeder Tag ist komplett unabhängig vom Rest: Aus diesem Grund kann ich beispielsweise nicht sagen, dass ich jeden Freitag von 8 bis 16 Uhr Zeit habe. Stattdessen kann ich mal am Montag oder am Mittwoch, dann wiederum habe ich eine Woche jeden Tag Vorlesungen. Damit ist es schwieriger, Schichten in einem Nebenjob zu planen.

Der Studiengang Medical Sports and Health Management ist insgesamt sehr persönlich. Bei mir im Jahrgang sind wir zu elft: fast jeder Dozent bzw. jede Dozentin kennt uns mit Namen. Man hat viele Gelegeneheiten, Fragen zu stellen – was in einer Vorlesung mit 200 Leuten in einem Saal ganz anders aussieht.

Ich persönlich finde das genial, weil man viel mehr mitbekommt und wirklich versteht, was die Dozenten und Dozentinnen einem vermitteln wollen. Unbemerkt in der Uni schlafen oder wochenlang fehlen – ohne das es auffällt – geht bei uns jedoch nicht.

Es hängt von jedem ab, wie viel er von dem Gelernten für später mitnimmt. Schaffbar sind die Prüfungen auch mit sturem Auswendiglernen vor der Klausurenphase. Das ist aber nicht zielführend, wenn man später in diesem Feld Menschen helfen will. Jede*r muss für sich entscheiden, wie viel sie*er für die Zukunft aus dem Studium mitnehmen möchte.

Tipp: Bei uns gibt es regelmäßige Schnupperveranstaltungen. Bei diesen kann jede*r Interessierte eine Vorlesung besuchen und in den Unialltag hinein schnuppern. Man sieht, wie es bei uns abläuft und kann sich überlegen, ob man daran Spaß und Interesse haben könnte. Das würde ich auf jeden Fall jedem raten.

Würdest du rückblickend gerne etwas verändern?

Nein, ich bin sehr froh über mein Studium. Ich hatte extrem Glück mit meiner kleinen Gruppe an Kommilitonen und Kommilitoninnen. Wir verstehen uns alle so gut, dass das Studieren extrem viel Spaß macht. Mit den organisatorischen Fehltritten komme ich gut klar und glaube, dass es überall mal ein paar solcher Problemchen gibt. Die Inhalte sind für mich total spannend und ich genieße das Studium sehr.

Ich würde alles genauso wieder machen!


Wir danken Sara für das interessante Interview und wünschen ihr für das letzte Bachelorjahr alles Gute.

Mehr Informationen zum Studiengang findest du in unserem Beitrag „Fit und sportlich: Medical Sports and Health Management„.

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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