Elektrisierend und technisch – Elektrotechnik studieren

Energie und Technik sind für dich zwei Puzzleteile, die zusammengehören? Du interessierst dich für Technik jeglicher Art? Du möchtest ein Studium mit guten Jobaussichten? Dann empfehlen wir dir den Studiengang Elektrotechnik (kurz E-Technik). Alle wichtigen Informationen zum Studium, Voraussetzungen, persönliche Einblicke und Tipps erhaltet ihr in diesem Beitrag.

Elektrotechnik studieren - Autobahn in die Zukunft

Dein Highway in die Zukunft – Elektrotechnik studieren (© 2019 Pixabay)

Klar, die Mathematik verschreckt am Anfang viele: Man muss aber kein Einser-Schüler in der Oberstufe gewesen sein, um sich da durchboxen zu können.

Der Meinung ist zumindest Marco, der uns in einem Interview Fragen zu seinem Studiengang Elektrotechnik beantwortete. Marco ist im sechsten Semester seines Studiums an der Friedrich-Alexander-Universität (kurz FAU) in Erlangen und schreibt momentan an seiner Bachelorarbeit, für die er eigens eine Platine entworfen hat. Im siebten Semester wird er ein Laborpraktikum und eine Klausur nachholen, während er die ersten Module aus dem Master vorzieht.

Elektrotechnik studieren – das erwartet dich

Unser Interviewpartner Marco hat nicht sofort nach dem Abitur mit Elektrotechnik begonnen, sondern zunächst Engineering Science an der Universität in Bayreuth studiert. Ein Studium, das Fächer wie Mathematik, Physik, Maschinenbau und Werkstoffwissenschaften vereint. Dabei lernte er die ersten Grundlagen der Elektrotechnik kennen. Nach und nach wurde ihm bewusst, dass Elektrotechnik ihm im Wesentlichen mehr fasziniert, weshalb er schlussendlich wechselte.

Lerne neu zu denken

Elektronische Geräte

© 2019 Pixabay

Das Studium der Elektrotechnik beschäftigt sich in erster Linie mit Elektrogeräten und bildet zukünftige Ingenieurinnen und Ingenieure aus. Zu den diversen Bereichen, die zur Elektrotechnik gehören, zählen unter anderem Energietechnik, Elektronik, technische Informatik, Nachrichtentechnik, Automatisierungstechnik usw. In den ersten drei Semestern lernt man die Grundlagen, um sich ab dem vierten Semester in eine Richtung zu spezialisieren.

Allgemein lernt man viele mathematische Grundlagen: wie Logikschaltungen funktionieren, Grundlagen von Java und C, die Funktionsweise von Elektromotoren oder wie Signale übertragen und verarbeitet werden. (Darunter fällt beispielsweise WLAN oder unser in Deutschland super ausgebautes 4G Netz *zwinkert*).

Zusätzlich muss man im Bachelor ein freies technisches und ein freies nicht technisches Wahlfach belegen. Zu den freien technischen Wahlfächern zählen z.B. unterschiedliche Themen der Elektrotechnik und Module aus dem Bereich Maschinenbau wie Konstruktionslehre oder Thermodynamik. Diese werden durch freie nicht technische Wahlfächer wie Sprachkurse, BWL, IT- und E-Business sowie weitere Schlüsselqualifikationen ergänzt.

Zusammenfassend würde ich sagen, bekommt man vor allem eine neue Denkweise vermittelt.

Hochexplosiv und spannend

Zu Marcos Lieblingsmodulen zählen Leistungselektronik und Hochfrequenztechnik, aber auch sein jüngstes Seminar konnte ihn begeistern.

Seminare hatte ich bisher erst eines diesen Sommer, das war super spannend. Dort musste ich einen 20-minütigen Vortrag über ein sehr junges Thema halten, über das nicht einmal die Leiter des Kurses Bescheid wussten: LOHC, ausgeschrieben Liquid Organic Hydrogen Carriers.

Marco erklärt uns, was hinter LOHC steckt: Die FAU investiert viel Geld in die Entwicklung eines solchen organischen Trägerstoffes, der überschüssigen Wind- und Solarstrom zwischenspeichern soll.

Da Wasserstoff schwer zu handhaben ist – die nette Formulierung für hochexplosiv – packt man ihn in einen ungefährlichen Trägerstoff, das LOHC. Sobald man dann Energie benötigt, holt man den Wasserstoff aus dem Träger und erzeugt beispielsweise in einer Brennstoffzelle Strom.

Themen für Bachelorarbeiten im Bereich Elektrotechnik

„Alles Technische“ klingt überspitzt, aber trifft es gut.

Elektrotechnik Platine

Eine Platine – Elektrotechnik im Einsatz (© 2019 Pixabay)

Marco erzählt uns beispielhaft, welche Themen im Mittelpunkt der Bachelorarbeiten von Kommilitoninnen und Kommilitonen stehen: das Designen von Computerchips, die Programmierung von Algorithmen für Bildverarbeitung, Entwerfen von medizintechnischen Apparaten mithilfe von Rasperries, der Bau von E-Motorschaltungen und die Simulierung von elektromagnetischen Feldern auf Platinen.

Ich baue gerade einen besonderen Sende-Empfangs-Umschalter auf. Er ist vergleichbar mit denen in einem Smartphone, die dafür sorgen, dass man im Mobilfunknetz fast gleichzeitig Daten erhalten und verschicken kann.

Ja zum Master of Engineering!

Der Masterstudiengang Elektrotechnik, den man mit dem Master of Engineering abschließt, ist laut Marco definitiv zu empfehlen. Egal ob man nach seinem Studium in die Forschung oder in die Industrie möchte, ein Masterabschluss ist entscheidend. Der Grund ist einfach: Der Bachelor vermittelt die Basics, der Master vertieft die Interessen. Zudem ist das Einstiegsgehalt mit einem Master of Engineering durchschnittlich höher.

Alternativ ist man in der Industrie gerne gesehen, wenn man seinen Bachelor an einer Fachhochschule kombiniert mit einer Ausbildung absolviert.

Chips, Autos und künstliche Intelligenz

Die beruflichen Einsatzgebiete der Elektrotechnik sind sowohl vielfältig als auch vielzählig. Unternehmen finden sich in allen Bereichen der Elektrotechnik. Ist man auf der Suche nach einem spezifischen Arbeitsfeld, wie zum Beispiel dem Designen von Chips, kommt jedoch nicht jeder Standort in Frage.

Trotzdem ist Deutschland für einen Elektrotechnikingenieur ein ziemliches Schlaraffenland. Es gibt unzählige mittelständische Unternehmen oder „hidden Champions“, deren Namen man noch nie gehört hat, die aber Weltmarktführer in ihrem Bereich sind.

Elektrotechniker

© 2019 Pixabay

Immer gefragt sind Elektrotechnikerinnen und Elektrotechniker bei den großen Unternehmen wie Siemens und Bosch. Interessiert man sich für künstliche Intelligenz kann man auch bei Google und Apple einsteigen.

Na, immer noch an Elektrotechnik interessiert?

Wenn alle Informationen, die du in diesem Beitrag erhalten hast, deine Neugier entfacht oder dein Interesse verstärkt haben, solltest du laut Marco Folgendes unternehmen:

Sprecht mit Studierenden, setzt euch mal in eine Vorlesung rein, macht bei einer Schülerführung durch Lehrstühle mit. Da merkt man schnell, ob das was für einen ist.

Vielleicht ergeht es dir dann wie Marco, der zufrieden und glücklich mit seiner Wahl ist.


Das vollständige Interview mit Marco findest du in unserem Interview-Beitrag.


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Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach studiert und beginne in Kürze meinen Master. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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