Biochemie studieren – ein Erfahrungsbericht

Du suchst einen Studiengang, der alle Naturwissenschaften vereint? Da haben wir genau das Richtige für dich: Biochemie.

Wir haben uns für ein Interview mit der Biochemie-Studentin Munira getroffen. Sie hat im letzten Semester ihr Bachelorstudium im Fach Biochemie in Tübingen abgeschlossen. Jetzt studiert Munira im Master Molekulare Zellbiologie und Immunologie. Was Biochemie verspricht und welche Unterschiede es zum Biologie-Studium gibt, erfährst du in diesem Beitrag.

Bakterien unter dem Mikroskop

Bakterien unter dem Mikroskop

Warum hast du dich für das Studium Biochemie entschieden?

Biochemie-Studentin Munira

Biochemie-Studentin Munira © Foto: privat

In meinem letzten Schuljahr konnte ich mich besonders für Biologie begeistern. Vor allem haben mich die molekularen Aspekte verschiedener Krankheiten fasziniert. Ich wusste aber auch, dass ein Medizinstudium nichts für mich wäre.

Biologie war mir dann zu allgemein, da man sich im Bachelor viel mit Pflanzen bzw. Tierphysiologie beschäftigt. Ich informierte mich über die Alternativen und stieß auf Biochemie. Es schien ein guter Schnittpunkt zwischen Biologie, Chemie und Medizin zu sein.

Gab es für das Biochemie Studium ein eigenes Bewerbungsverfahren bzw. einen Numerus Clausus an der Uni Tübingen?

Die Grenze des Numerus Clausus schwankt von Jahr zu Jahr. Als ich angefangen habe, war die Grenze bei 2,4. Der Jahrgang nach mir war bei 1,8. Es kommt immer auf die Konkurrenz an.

Was habt ihr in den Grundmodulen gelernt?

Die ersten zwei Jahre des Bachelors haben wir uns hauptsächlich mit naturwissenschaftlichen Grundlagen beschäftigt. Viele der Module fanden zusammen mit den Biologen und Chemikern statt. Wir hatten zum Beispiel Biologie, Biochemie, anorganische, organische und physikalische Chemie sowie Physik und Mathematik.

In welche Fachrichtung hast du dich während der Wahlpflichtmodule spezialisiert?

Im Laufe der Semester fand ich, dass mir der Bezug zu Biologie bzw. medizinischen Aspekten fehlt. Im fünften Semester wählte ich aus diesem Grund Neurobiologie, Immunologie und Infektionsbiologie.

Womit hast du dich in deinem Projektmodul vor der Bachelorarbeit beschäftigt?

Das Projektmodul ist bei uns eine Vorbereitungsphase für die Bachelorarbeit. Man soll in diesem Modul das Labor und die Techniken kennenlernen. Ich habe mein Projektmodul sowie meine Bachelorarbeit in der Medizinischen Mikrobiologie absolviert. Die Arbeitsgruppen in diesem Institut beschäftigen sich mit pathogenen, also krankheitserregenden, Bakterien.

Worüber hast du deine Bachelorarbeit geschrieben?

Mikroskopische Analyse

Mikroskopische Analyse

Ich habe in meiner Bachelorarbeit mit einem in Tropen vorkommenden Bakterium namens Burkholderia thailandensis gearbeitet. Dabei habe ich seine Pathogenität anhand der Lokalisation eines sogenannten „Typ VI sekretions systems“ erforscht. Ich fand das Thema sehr spannend.

Arbeitest du viel im Labor?

Ja – ziemlich viel. Ab dem ersten Semester gibt es viele Pflichtpraktika, sodass man nach dem fünftem Semester gut für die Bachelorarbeit vorbereitet ist.

Warum hast du von Biochemie zu Biologie im Master gewechselt?

Mir hat im Bachelor-Studium das „Bio“ in Biochemie gefehlt. Im Master dürfte man mehr seine Schwerpunkte wählen, womit ich es noch geschafft hätte, meinen Interessen nachzukommen.

Ein anderer Aspekt war, dass der Master in Biochemie momentan noch nicht so gut strukturiert ist. Da ist man in den Biologie-Masterstudiengängen schon weiter. Vieles habe ich von meinen Bachelor-Kommilitonen mitbekommen, was mich in der Entscheidung für einen Biologiemaster nur bestätigt hat.

War dieser Wechsel schwierig?

Überhaupt nicht. Nach dem Bachelor in einer Naturwissenschaft kann man beinahe jeden anderen naturwissenschaftlichen Master anfangen. Wie gesagt, viele der grundlegenden Kurse hatten wir zusammen. Viele haben sich nach dem Bachelor der Biochemie für die Biologie, Chemie oder Bioinformatik entschieden.

Welche beruflichen Möglichkeiten stehen dir offen?

Man kann nach dem Master promovieren und einen Doktorgrad erwerben. Im Anschluss kann man eigene Arbeitsgruppen leiten und Projekte managen. Alternativ kann man direkt in das berufliche Leben einsteigen – zum Beispiel in der akademischen oder industriellen Forschung.

Würdest du rückblickend gerne eine Entscheidung ändern?

Ich denke, wenn ich nochmal die Wahl hätte, würde ich mich für einen Bachelor in der Biologie entscheiden. Mir war bei meiner Entscheidung nicht bewusst, wie viel Physik und Chemie tatsächlich in dem Biochemiebachelor stecken.

Und da man nach dem Bachelor zwischen den Masterstudiengängen nochmal wählen darf (z.B. mit einem Biologie-Bachelor Biochemie studieren kann) würde ich den einfacheren und gemütlicheren Weg nach oben nehmen.


Einen Beitrag zum Thema „Biochemie Studium“ findest du in Kürze auf schultrainer.de.

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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