Biochemie: Ein Mix aus Naturwissenschaften

Du magst Naturwissenschaften? Schreckst nicht vor Mathe, Chemie und Physik zurück? Und möchtest später in der Pharmazie, Medizin, Biologie oder Landwirtschaft arbeiten? Dann solltest du überlegen, ob du Biochemie studieren möchtest.

In diesem Beitrag kannst du wichtige Informationen zum Studiengang Biochemie im Bachelor nachlesen. Außerdem geben wir dir Infos zur Bewerbung und möglichen Berufen. Unsere Quelle für diesen Beitrag ist die Biochemikerin Munira, die ihr Studium 2019 erfolgreich abschloss. Am Ende des Beitrags findest du eine Liste der deutschen Hochschulen, die das Studium anbieten.

Biochemie: Schnittpunkt zwischen Biologie, Chemie und Medizin

Reagenzgläser, Arbeitsmaterial der Biochemie

Die Biochemie vereint verschiedene Wissenschaften.

Die Biochemie vereint Biologie, Chemie und Medizin in sich, da sie das Leben aller Organismen untersucht. Das geschieht anhand von molekular-biologischen, physikalischen und chemischen Methoden. Aus diesem Grund haben die Studierenden im Verlauf ihres Studiums viele Laborpraktika. Dabei lernen sie, wie man diese Methoden in der Praxis anwendet.

In meinem letzten Schuljahr konnte ich mich besonders für Biologie begeistern. Vor allem haben mich die molekularen Aspekte verschiedener Krankheiten fasziniert, ich wusste aber auch, dass ein Medizinstudium nichts für mich wäre.

Das Bio-Studium war Munira nicht spezifisch genug, weshalb sie sich für Biochemie entschied. Wie sie heute darüber denkt und wie sie ihr Studium in Tübingen fand, erfahrt ihr im Interview.

Worum geht es im Biochemie-Studium?

In den ersten Semestern geht es um die naturwissenschaftlichen Basics. Die angehenden Biochemikerinnen und Biochemiker lernen und wiederholen folgende Fächer:

  • Mathematik
  • Biologie
  • Physik
  • Chemie
  • Biochemie
  • Anorganische Chemie
  • Organische Chemie
  • Physikalische Chemie

Viele der Module fanden zusammen mit den Biologen und Chemikern statt.

Spezialisierung über die Wahlpflichtmodule im Studium

Mithilfe der Grundlagen aus den ersten zwei Semestern können sich die Studierenden im zweiten Jahr des Biochemie Studiums spezialisieren. Die Module an der Uni Tübingen bestehen aus folgenden Bereichen, in denen Seminare gewählt werden dürfen:

  • Biochemie – Stoffwechsel
  • Zelluläre Biochemie
  • Organische Chemie
  • Physikalische Chemie
  • Human-Anatomie
  • Biologie und Biochemie der Pflanzen
  • Biostatistik
  • Bioinformatik

Im Laufe der Semester fand ich, dass mir der Bezug zu Biologie bzw. medizinischen Aspekten fehlt. Im fünften Semester wählte ich aus diesem Grund Neurobiologie, Immunologie und Infektionsbiologie.

Vor der Bachelorarbeit

Biochemie-Student blickt durchs Mikroskop

Ein eigenes Forschungsprojekt ist Bestandteil der Bachelorarbeit.

Nach den Wahlmodulen folgt ein Projektmodul. Das Projektmodul sollte in dem Bereich der Forschung stattfinden, in dem man die Bachelorarbeit schreibt. Es bereitet die Studierenden intensiv auf die Abschlussarbeit vor.

Ich habe mein Projektmodul sowie meine Bachelorarbeit in der Medizinischen Mikrobiologie absolviert. Die Arbeitsgruppen in diesem Institut beschäftigen sich mit pathogenen (krankheitserregenden) Bakterien.

Der letzte Schritt zum Bachelor-Abschluss

Im letzten Abschnitt des Studiums konzentrieren sich die angehenden Biochemikerinnen und Biochemiker vor allem auf die Abschlussarbeit in ihrem Spezialbereich. Nebenher kann man fehlende Seminare und Vorlesungen nachholen. Darunter fallen auch Kurse, die die Qualifikationen der Studierenden über das Fach hinaus erweitern.

Wahl des Masters und Fachwechsel

Das Studium Biochemie schließen die Studierenden mit dem Bachelor of Science ab. Anschließend wird in der Naturwissenschaft ein Masterstudium empfohlen, da erst hier die entscheidende Spezialisierung erfolgt und das Gehalt beim Berufseinstieg besser ausfällt. Idealerweise promovieren Biochemikerinnen und Biochemiker anschließend.

Nach dem Bachelor in einer Naturwissenschaft kann man beinahe jeden anderen naturwissenschaftlichen Master anfangen. […] Viele haben sich nach dem Bachelor der Biochemie für die Biologie, Chemie oder Bioinformatik entschieden.

Ein Fachwechsel im Master ist bei Naturwissenschaften meist problemlos möglich. Munira hat aus verschiedenen Gründen im Master zu Biologie gewechselt.

Voraussetzungen und Bewerbung für das Biochemie-Studium

In erster Linie solltest du dich für Naturwissenschaften interessieren. Neben Biologie und Mathematik spielen Physik und Chemie eine wichtige Rolle. Zudem solltest du gute Englischkenntnisse mitbringen, da manche Module auf Englisch stattfinden.

Arbeitsmaterialien im Labor

Arbeitsmaterialien im Labor

Das Biochemie-Studium ist zulassungsbeschränkt. Die Hochschulen haben eigene Auswahlverfahren, nach dem sie die vorhandenen Studienplätze unter den Bewerberinnen und Bewerbern verteilen.

Die Universität Tübingen vergibt beispielsweise pro Jahr 80 Plätze. Diese werden nach den Kriterien Abiturnote, Berufsausbildung und außerschulische Leistungen sowie Qualifikationen vergeben. Die Bewerbung erfolgt online über eine Bewerbungsplattform.

Damit du deine Eignung überprüfen kannst, bietet die Uni Tübingen einen unverbindlichen Selbsttest an.

Die Grenze des Numerus Clausus schwankt von Jahr zu Jahr. Als ich angefangen habe, war die Grenze bei 2,4. Der Jahrgang nach mir war bei 1,8. Es kommt immer auf die Konkurrenz an.

Wie die Zulassungsbeschränkung für die letzten Semester war, kannst du über die Homepage der Universität Tübingen herausfinden.

Universitäten in Deutschland

Biochemie und thematisch vergleichbare Studiengänge im Bachelor kannst du in folgenden deutschen Städten studieren:

Und nach dem Studium?

Nach einem abgeschlossenen Masterstudium arbeiten Biochemiker*innen in der Forschung. Das kann sowohl in der Industrie als auch an der Uni sein. Vor allem bei Letzterem ist dies häufig mit Lehrtätigkeiten verbunden.

Man kann nach dem Master promovieren und einen Doktorgrad erwerben. Im Anschluss kann man eigene Arbeitsgruppen leiten und Projekte managen.

Mit welchem Gehalt eine Biochemikerin bzw. ein Biochemiker je nach Abschluss einsteigt, kannst du hier nachlesen.

Biologie oder Biochemie studieren?

Bevor du die Entscheidung triffst, kannst du dir die Modulhandbücher der Studiengänge ansehen. Die Modulhandbücher fassen zusammen, welche Inhalte in welchem Semester vermittelt werden. Du findest darin auch Infos, wie die Leistungsnachweise pro Modul aussehen. Jede Hochschule legt ihren eigenen Fokus auf die verschiedenen Fächer.

Ich denke, wenn ich nochmal die Wahl hätte, würde ich mich für einen Bachelor in der Biologie entscheiden. Mir war bei meiner Entscheidung nicht bewusst, wie viel Physik und Chemie tatsächlich in dem Biochemiebachelor stecken.

 


Das vollständige Interview mit Munira findest du hier.

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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