Bauingenieurwesen studieren: Infos zum Bachelor-Studium

Du interessierst dich für ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen? Möchtest Gebäude planen und konstruieren? Hoch- und Tiefbaus oder den Wasserbaus kennenlernen? Im folgenden Beitrag findest du alle wichtigen Informationen zum Thema Bauingenieurwesen studieren, den Aufbau des Bachelor-Studiums und die nötigen Pflichtpraktika.

Baukräne

Baukräne: Wichtige Maschinen für das Bauwesen

Wie wird man Bauingenieurin bzw.  Bauingenieur?

Bauingenieurwesen ist ein praxisbezogenes Studium, für das du technisches Verständnis mitbringen solltest. Einen Bachelor-Studiengang bietet zum Beispiel die Hochschule München an.

Die Regelstudienzeit des Studiengangs beläuft sich auf sieben Fachsemester und endet mit dem Abschluss Bachelor of Engineering. Anschließend können Studierende bei Bedarf den Master of Engineering anhängen.

Um mehr über den Studiengang zu erfahren, haben wir mit Selina ein Interview geführt. Sie studiert im fünften Semester Bauingenieurwesen und absolviert momentan ihr Pflichtpraktikum. Selina hat uns viel über die Inhalte des Studiengangs, die Berufschancen und Voraussetzungen verraten.

Inhalte des Studiums Bauingenieurwesen

Um die Studierenden auf den späteren Berufsalltag fachlich gut vorzubereiten, lernen sie stufenweise die wichtigsten Grundlagen. Im ersten Jahr des Studiums (1. und 2. Semester) stehen mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen im Fokus. In dieser Zeit vermittelt der Studiengang zum Beispiel Baukonstruktion- und physik, Mathematik, Geometrie, Chemie, Informatik, Baustoffe und Statik.

Im dritten und vierten Fachsemester folgen die fachspezifischen Grundlagen. Dazu gehören Straßenbau, Bahnbau, Wasserbau, Grundbau sowie Baubetrieb.

Baucontainer

Container auf der Baustelle

Es folgt ein Praxissemester in einem Betrieb. Anschließend verbringen die Studierenden die restlichen zwei Semester mit Anwendung und Vertiefung sowie der Bachelorarbeit.

Berufsfelder im Bauwesen nach dem Studium

Die beruflichen Möglichkeiten für angehende Bauingenieurinnen und Bauingenieure sind breit gefächert: Forschung, Ingenieurbüros und Baustellen. Jeder Bereich bringt eine Vielzahl von Spezialisierungen mit sich, denen man im Beruf nachgehen kann.

Hinzu kommt, dass jedes dieser Berufsfelder täglich neue Überraschungen und Herausforderungen bietet. Darüber muss man sich Selina zufolge bewusst sein:

Ich denke, bei einem Ingenieurstudium muss man sich auf lebenslanges Lernen einstellen.

Pflichtpraktikum im Studium Bauingenieurwesen

Nach den ersten vier Semestern folgt das Pflichtpraktikum. Zwei Monate des Pflichtpraktikums finden an der Hochschule statt. Die restlichen vier Monate arbeiten die Praktikantinnen und Praktikanten in einem Unternehmen ihrer Wahl. In dieser Zeit haben die angehenden Bauingenieurinnen und Bauingenieure die Möglichkeit, sich auf ihre Interessen zu konzentrieren und Wissen praktisch zu vertiefen.

Selina absolviert ihr Praktikum bei einem Ingenieurbüro für Wasserbau, Umwelt und Geotechnik in München. Hier hat sie eigenständige Aufgaben innerhalb verschiedener Projekten erhalten. Bei einem dieser Projekte handelt es sich um ein Konzept für die Gewässerentwicklung.

Die meisten machen das Praktikum in der Bauleitung oder in einem Ingenieurbüro. Ich hatte drei Zusagen bei vier Bewerbungen und kenne niemanden, der größere Schwierigkeiten hatte, ein Praktikum zu finden.

Vorpraktikum für das Bauingenieurwesen Studium

Alle Studierenden müssen ein Vorpraktikum absolvieren. Idealerweise schließt man es noch vor Studienbeginn ab. Das Vorpraktikum kann jedoch bis zum vierten Semester an der Hochschule in München nachgeholt werden.

Die Studierenden sollen vorab auf diese Weise Baumaterialien, Baugeräte und Bauverfahren sowie Fertigungs-, Füge- und Montageverfahren kennen lernen. Außerdem sollen sie ein Gefühl für Strukturen im Betrieb, Bedingungen am Arbeitsplatz und mögliche Gefahren des Berufes erlangen.

Maurer auf der Baustelle

Arbeitsort für das Vorpraktikum: Eine Baustelle

Da das Vorpraktikum verpflichtend auf einer Baustelle im handwerklichen Bereich stattfinden muss, gestaltet sich die Stellensuche problematisch. Selina hat eine Erklärung dafür:

Die meisten Firmen, die infrage kommen, sind ausführende Betriebe, die kaum Ingenieure und Ingenieurinnen beschäftigen. Deswegen sehen sie für sich keinen Mehrwert darin, Studierende des Bauingenieurwesens sechs Wochen zu den Maurern und Maurerinnen zu stellen.

Eignungsverfahren oder Numerus Clausus?

Wer sich für ein Bachelorstudium im Bauwesen entscheidet, sollte auf jeden Fall folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Kreativität
  • handwerkliche Begabung
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • zeichnerisches Talent
  • analytische Fähigkeiten
  • Abstraktionsvermögen

Ein gutes Verständnis für Mathe und Physik sowie wirtschaftliches Denken sind von Vorteil – sonst wird dir das Studium Bauingenieurwesen schwerfallen.

Bei uns gab es kein Eignungsverfahren. Es gab nur einen NC, der bei 3,x lag. Dafür wurde dann in den ersten Semestern ordentlich ausgesiebt.

Die Hochschule bietet für Interessierte einen Selbsttest auf ihrer Homepage an. Der Test ist unverbindlich und soll eine Einschätzung ermöglichen, ob man das Zeug zur Bauingenieurin bzw. zum Bauingenieur hat.

Du möchtest mehr über Bauingenieurwesen wissen?

Neben dem Selbsttest bietet die Hochschule in jedem Semester einen Studieninformationstag für alle Interessierten an. An diesem Tag kann man den Campus der Hochschule entdecken und mit Dozentinnen und Dozenten sprechen. So erhält man viele Informationen zum Studiengang.

Alternativ oder zusätzlich kannst du dich an die Studienfachberater*innen wenden, die mit dem Fach Bauingenieurwesen bestens vertraut sind. Auf diese Weise erhältst du weitere Einblicke und eine persönliche Einschätzung.

Bachelor vs. Master im Bauingenieurwesen

Der Fachkräftemangel im Ingenieurbereich erleichert den Absolventinnen und Absolventen den Einstieg ins Berufsleben enorm. Bauingenieurinnen und -ingenieure sind gesucht und man kommt bereits mit dem Bachelor of Engineering weit. Wer zum Beispiel in die Bauleitung geht, benötigt nicht zwangsläufig einen Masterabschluss.

Der Master of Engineering erweitert jedoch die beruflichen Möglichkeiten nach dem Studium. Für manche Unternehmen, wie zum Beispiel Ingenieurbüros, ist ein Masterabschluss notwendig.

Ich werde auf jeden Fall den Master machen. Man kann sich viel besser spezialisieren, da der Bachelor noch allgemein gehalten ist. Viele Themen wurden oberflächig angeschnitten und nicht weitergehend behandelt.

Ausprobieren und den richtigen Weg finden

Du fragst dich, ob Bauingenieurwesen der passende Studiengang für dich sein könnte? Bist du am zweifeln, ob du Technik und Mathematik schaffen kannst? Dann raten wir dir: Hab keine Angst davor, eine Entscheidung zu treffen. Es gibt weder richtig noch falsch.

Hör auf dein Bauchgefühl und gehe nach deinen Interessen. Möglicherweise ist der Studiengang Bauingenieurwesen das Richtige für dich, du musst es nur ausprobieren. Diese Erfahrung machte auch Selina, die erst nach einem Semester Soziale Arbeit zum Bauingenieurwesen wechselte. Mit dieser Entscheidung ist sie noch immer glücklich:

Und es war gut, vorher Soziale Arbeit ausprobiert zu haben. Ich würde mich sonst immer fragen, ob mir das nicht doch getaugt hätte.


Hier geht’s zum vollständigen Interview mit Selina über ihr Bachelor-Studium Bauingenieurwesen.

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach in Erlangen studiert und bin nun für den Master in Tübingen gelandet. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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