Angewandte Freizeitwissenschaft: Ein Studium, das Urlaub macht

Urlaub ist dein Leben? Du liebst Kultur und gehst gerne zu Veranstaltungen? Du planst mit Bravour Freizeitaktivitäten? Wie wäre es mit einem Studiengang, der genau diese Aufgaben fordert und dich auf einen Beruf in dieser Branche vorbereitet? In diesem Beitrag stellen wir dir den Internationalen Studiengang Angewandte Freizeitwissenschaft (kurz ISAF) vor. Du erhältst alle relevanten Informationen über das Studium und persönliche Einblicke unserer Interviewpartnerin Pirko.

Von Neuseeland über Australien nach Bremen

Wir haben uns mit Pirko getroffen, die nach ihrer Unentschlossenheit, Work & Travel im Ausland und einem Experiment an der Hochschule in Bremen gelandet ist.

Bremen Angewandte Freizeitwissenschaften

Bremen (© 2019 Pixabay)

In der Zeit habe ich erst einmal gearbeitet (Putzen bei Siemens, Aushilfe bei Edeka – Erfahrungen die ich gut finde). Anschließend bin ich zum Work & Travel acht Monate nach Neuseeland und hab einen Freund in Australien besucht. Die beste Entscheidung – es war eine prägende Zeit für mich.

Da sich unsere Interviewpartnerin lange nicht entscheiden konnte, was sie studieren möchte, luden ihre Mütter sie zu einem interessanten Test ein. Pirko hatte nach viel Recherchearbeit sieben Studiengänge, die im Norden Deutschlands angeboten werden, in der engeren Auswahl.

Wir schrieben jeden der sieben Studiengänge auf einen Zettel und packten eine Kiste mit verschiedenen Dingen. Die erste Aufgabe war, alle Dinge zu den Studiengängen zu legen. Es ging darum, was ich mit dem jeweiligen Studiengang assoziiere. Nach dieser Aufgabe war ich mir immer noch unsicher. Deswegen legten wir jeden Zettel unter ein Sitzkissen. Ich sollte herumgehen und an dem Ort, an dem ich mich am wohlsten fühlte, stehen bleiben. – Tja, irgendwie hat es dann so gepasst.

Auf diese Weise traf sie die Entscheidung für das Studium „Angewandte Freizeitwissenschaft“. Heute ist sie im vierten Semester – kurz vor ihrem Auslandssemester und Praxissemester. In unserem Gespräch weiß sie viel über ihren Studiengang zu berichten.

Sieben Semester bunte Vielfalt

Der Bachelor des internationalen Studiums Angewandte Freizeitwissenschaft dauert regulär 3,5 Jahre und lehrt eine Vielzahl an Fähigkeiten. Die Vorlesungen und Seminare werden entweder auf Deutsch oder Englisch gehalten. Das Studium behandelt verschiedenste Bereiche und Themen. Darunter fallen beispielsweise folgende Module:

  • Freizeit- und Tourismusmanagement
  • BWL für Freizeit und Tourismus
  • Medienentwicklung und Medienanalyse
  • Reiseorganisation und Gästeführung
  • Ökologie und Nachhaltigkeit in Freizeit und Tourismus
  • Kultur und Kreativität
  • Recht
  • Gesundheit und Sport
  • Informatik
  • Fremdsprachen

Am Ende des Studiums erhält man den Bachelor of Arts.

Die Nähe zur Praxis im Studium

Im Gegensatz zur Universität orientiert sich die Hochschule mehr in Richtung Praxis. Aus diesem Grund setzen die Studierenden während ihres Bachelors zahlreiche Projekte im Team um. Im Verlauf der letzten Semester hat Pirko unter anderem einen kurzen Film gedreht und ein Kinderanimationsprogramm für ein Event entworfen und durchgeführt. Sie hat sich mit Kommilitonen das Konzept eines Unternehmens überlegt und eine Gästeführung geplant sowie in die Tat umgesetzt.

Nebenher hatten wir die Möglichkeit die Trainer C Lizenz zu machen.

Studieren im Ausland

Pirko beim Work & Travel

© privat

Im fünften Semester steht für alle Studierenden ein Auslandssemester an. Die Hochschule bietet für „Angewandte Freizeitwissenschaften“ Verbindungen zu Partnerhochschulen in folgenden Ländern an:

  • Europa: Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Österreich, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Malta, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Türkei
  • Außerhalb Europas: Australien, Ecuador, Kanada, Mauritius, Mexiko, Nicaragua, Südafrika, Thailand

Im Ausland bin ich anschließend in Norwegen und studiere dort praxisnah „Outdoor Education“ in Stavanger.

Übung macht den Meister: 18 Wochen Praktikum im Praxissemester

Nach dem halben Jahr im Ausland werden weitere berufliche Erfahrungen gesammelt und vertieft. Die Studierenden müssen sich für das sechste Semester einen Praktikumsplatz suchen. Dieses Praktikum sollte erneut im Bereich Tourismus, Freizeit oder Kultur angesiedelt sein.

Mein Praxissemester verbringe ich im Kulturzentrum Lagerhaus hier in Bremen. Es bietet eine bunte Mischung aus Konzerten, Poetry Slam, Tanz, Kunst, Puppentheater, kleinen Festivals und Co., bei der ich mir frei aussuchen kann, wo ich mitmachen will.

Mögliche Themenbereiche in der Bachelorarbeit

Im siebten Semester haben die Studierenden Zeit, das Auslandssemester und das Praktikum Revue passieren zu lassen. Gleichzeitig beginnt die Arbeit an der Bachelorarbeit.

Jedes Thema, das mit Freizeit und Tourismus in Verbindung steht, ist erlaubt, weshalb man nicht direkt von „üblichen Themen“ sprechen kann.

Die Arbeit kann deshalb zum Beispiel Themenbereiche wie Marketing, Pädagogik, Ökologie, Wirtschaft, Psychologie, Management oder Informatik anschneiden. Hier steht den Studentinnen und Studenten die Vielfalt des Studiengangs offen, um eigenen Interessen nachzugehen.

Berufe nach dem Studium „Angewandte Freizeitwissenschaften“

Aufgrund der Vielfalt des Studiums ISAF bietet sich im Anschluss ein breit gefächertes Spektrum an beruflichen Möglichkeiten in Deutschland und im Ausland. Pirko zählt uns einige Beispiele auf:

  • Pädagogik
  • Kultur(-management)
  • Marketing
  • Reisebüro
  • Personalbereich
  • Tourismusanbieter
  • Veranstaltungsmanagement
  • Forschung
  • Nationalparkmanagement

Man kann bei Interesse auf der Seite freizeitwissenschaft.de durchschauen, was die Alumni (Ehemaligen) machen.

Wer Interesse hat, kann im Anschluss einen Master mit dem Namen „International Studies of Leisure and Tourism“ an der Hochschule Bremen anhängen.

Wie bewerbe ich mich für den Bremer Bachelor ISAF?

Die Bewerbung für den Studiengang „Angewandte Freizeitwissenschaft“ an der Hochschule in Bremen erfolgt über das Bewerbungsportal CampInO. Wer im Wintersemester starten möchte, muss sich zwischen dem 1. Juni und 15. Juli bewerben.

Voraussetzungen für eine Zulassung

Um zum „Internationalen Studiengang Angewandte Freizeitwissenschaft“ zugelassen zu werden, musst du vorab ein achtwöchiges Praktikum absolvieren oder eine Berufsausbildung mitbringen. Das Praktikum sollte in der Tourismus-, Freizeit- oder Kulturbranche stattgefunden haben. Alternativ ist es möglich, die acht Wochen auf zwei unterschiedlichen Unternehmen bzw. Einrichtungen aufzuteilen.

Ich hab meines spontan – da meine Entscheidung kurzfristig war – im KUF, dem Amt für Kultur und Freizeit in Nürnberg bzw. teilweise im Kulturladen Loni-Übler Haus absolviert.

Darüber hinaus werden gute Sprachkenntnisse in Englisch (mindestens die Note 3,0) sowie EDV-Kenntnisse von den zukünftigen Studierenden erwartet.

Auf nach Bremen!

Du bist neugierig geworden? Das Studium könnte genau das Richtige für dich sein? Alle wichtigen Informationen über das Studium „Internationalen Studiengang Angewandte Freizeitwissenschaft“ findet ihr zusammengefasst im Flyer, den die Hochschule Bremen herausgegeben hat. Alternativ bietet sich an der Hochschule das Studium ISTM (Tourismus Management) an.

ISAF in Bremen

Bremen (© 2019 Pixabay)

Abschließend kann ich nur sagen, Bremen ist auf jeden Fall eine sehr lebenswerte Stadt.

Hier kommst du zum vollständigen Interview mit Pirko.


Zwei-Fach-Bachelor: Germanistik & Geschichte

Das FSJ – Der erste Schritt Richtung Berufsleben

 

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach studiert und beginne in Kürze meinen Master. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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