FÖJ auf dem Bauernhof – ein unvergessliches Jahr

Was möchtest du nach deinem Schulabschluss machen? Im Wintersemester sofort mit dem Studium beginnen? Eine Ausbildung starten? Oder ein Jahr Auszeit nehmen und dich orientieren, wohin die Reise gehen soll?

Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler weiß noch nicht, was nach den Prüfungen auf sie wartet. Sie haben Angst, bei so vielen Möglichkeiten die falsche Wahl zu treffen. Das ist normal. Das haben die meisten jungen Menschen. Manche fliegen zum Work & Travel nach Australien oder werden Au Pair im Ausland. Auf der Suche nach sich selbst und nach Abenteuer.

Freiwilliges ökologisches Jahr Bauernhof

Foto: privat

Die Alternative zu Australien: ein freiwilliges ökologisches Jahr

Eva hat nach der Schule ein FÖJ begonnen und erlebt. Es hat ihr geholfen, sich für das richtige Studium im Bereich Umweltschutz zu entscheiden. Wir haben Eva Fragen zum Bewerbungsverfahren des FÖJs, den zusätzlichen Seminaren und zur Arbeit an ihrer Einsatzstelle in Bayern gestellt. Das gesamte Interview mit Eva findet ihr auch im Blog.

Informationen rund ums FÖJ

Was ist ein FÖJ?

FÖJ ist die Abkürzung für die Bezeichnung freiwilliges ökologisches Jahr. Wie die Bezeichnung thematisch aufgreift handelt es sich um ein Jahr, das ein junger Mensch freiwillig absolviert. Dabei setzt er*sie sich mit Aspekten zur Umwelt und deren Schutz sowie Erhalt auseinander. Jedes Bundesland hat andere Träger, die für die Umsetzung des freiwilligen ökologischen Jahrs zuständig sind. Eine Liste aller Träger der verschiedenen Bundesländer findest du am Ende dieses Beitrags.

FÖJ vs FSJ

Das Gegenstück zum FÖJ bildet das freiwillige soziale Jahr. Im FSJ helfen die jungen Beteiligten in sozialen Einrichtungen aus. Sie betreuen Kinder, kümmern sich um Menschen mit Behinderung und verbringen Zeit mit alten Menschen. Der wichtigste Unterscheidungspunkt zwischen dem freiwilligen ökologischen Jahr und dem FSJ ist die Thematik der Umweltbildung und dem Fokus auf die Natur. Jedoch ist es möglich, beide Bereiche zu vereinen, in dem man beispielsweise ein FÖJ im Waldkindergarten absolviert.

Eine Alternative zum FÖJ und FSJ ist der Bundesfreiwilligendienst (kurz BFD).

Mögliche Einsatzstellen in Deutschland

Die Einsatzgebiete des freiwilligen ökologischen Jahres sind vielfältig. Sie können sich im Bereich Naturschutz, Umweltbildung und Landwirtschaft befinden. Man lernt zum Beispiel Imkern, betreut Kinder im Waldkindergarten oder kümmert sich um Robben auf einer Seehundstation.

Schaf im Stall

Foto: privat

Eva hat sich für ein freiwilliges ökologisches Jahr in Bayern entschieden. Ihr war wichtig, direkt an der Einsatzstelle zu wohnen und nicht die einzige Person bei der Einrichtung zu sein, die ein FÖJ absolviert.

Meine Einsatzstelle war ein Biobauernhof in der Nähe von Regensburg. Wichtige Aufgaben waren das Füttern und Versorgen der Tiere. Wir haben beim Melken von Ziegen und Schafen geholfen und die Milch dann in der Hofkäserei weiterverarbeitet. Beim Verkauf der Produkte im Hofladen waren wir ebenfalls vor Ort. – Ein tolles Gefühl, das Ergebnis der eigenen Arbeit zu sehen und zu schmecken!

Eine Übersicht aller Einsatzstellen und freier Plätze findest du unter der jeweiligen Homepage der Träger (s. Übersicht FÖJ Deutschland).

Voraussetzungen und Bewerbung

Zum Antritt des FÖJs darfst du dein 26. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das bedeutet, du darfst während des freiwilligen ökologischen Jahres nicht 27 Jahre alt werden. Es ist folglich für junge Frauen und Männer möglich, ein freiwilliges ökologisches Jahr nach einer Ausbildung oder einem Studium abzuleisten.

Um dich für ein freiwilliges soziales Jahr zu bewerben, suchst du dir zunächst ein Bundesland deiner Wahl aus. Auf der Seite des Trägers findest du Einsatzstellen, deren Kontakt und freie Plätze. Zudem wird das Verfahren der Bewerbung im Detail beschrieben.

Unter der Internetadresse ist ein Bewerbungsbogen als Download zu finden. Ich habe mir die möglichen Einsatzstellen und deren Kurzprofile angeschaut, um einen Überblick zu bekommen.

Auf diese Weise hat sich Eva für drei Wunsch-Einsatzstellen in Bayern entschieden und sich beworben.

Begleitende Seminare

Zusätzlich gibt es (FÖJ Bayern) fünf Seminare, bei denen man eine Woche mit anderen Freiwilligen verbringt. Unter der Anleitung eines Vorbereitungsteams beschäftigt man sich hier mit verschiedensten Themen aus den Bereichen Ökologie, Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Die Leiter der Teams bestehen aus Sozialpädagogen und ehemaligen FÖJlern. Die Themen in den Seminaren werden an die Interessen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen angepasst. Eva selbst ist nach drei Jahren 2018/2019 zurückgekehrt und hilft bei der Organisation der Seminare.

Man wächst als Gruppe zusammen, freut sich aufs Wiedersehen und trifft sich mal zwischen den Seminaren. Zu ein paar Leuten habe ich immer noch Kontakt.

Bei Exkursionen lernte Eva bei ihrem bayerischen FÖJ solidarische Landwirtschaft, Biolandwirtschaft, Deponien und Naturschutz-Projekte kennen. Verknüpft waren die Themen mit Spaß und Teambuilding (z. B. Bootsfahrten).

Eine Aufwandsentschädigung für dein freiwilliges ökologisches Jahr

Ich habe ein Taschengeld von ca. 180€ im Monat und eine Verpflegungspauschale ausgezahlt bekommen. Wer sich um eine Wohnung kümmert oder noch bei den Eltern wohnt, bekommt darüber hinaus eine Unterkunftspauschale.

Für ihr freiwilliges, soziales Engagement erhalten die jungen Frauen und Männer vom Bund eine kleine Aufwandsentschädigung. Der Betrag unterscheidet sich nach Bundesland und Arbeitsplatz. Der Betrag liegt zwischen 150 bis 360 Euro.

FÖJ Schafe

Foto: privat

Übersicht FÖJ Deutschland

In jedem Bundesland wird von einem anderen Träger das freiwillige ökologische Jahr organisiert. Bewerbungsfristen, Einsatzstellen und Vergütung unterscheiden sich. Am besten beginnt man in den Bundesländern zu suchen, in denen man sich ein Jahr Aufenthalt vorstellen kann.

In unserer Übersicht findet ihr die Träger und alle wichtigen Informationen zum FÖJ im jeweiligen Bundesland-Link:

Warum ein FÖJ machen?

Für Eva war klar: Sie wollte nicht direkt nach dem Abitur mit dem Studium beginnen. Noch heute würde sie sich nicht anders entscheiden. Durch den Freiwilligendienst und die Zeit an der Einsatzstelle konnte sie viel über sich selbst, ihre Interessen und berufliche Möglichkeiten lernen.

Selbstständig leben, einkaufen, kochen, einen Haushalt führen. Verantwortung übernehmen – für die Tiere, die Kinder und die Käserei. Körperlich und selbstständig arbeiten, auch wenn die Arbeitszeiten nicht immer das Gelbe vom Ei waren.

Für Eva bedeutet das freiwillige soziale Jahr, Freunde fürs Leben zu treffen und unvergessliche Momente zu sammeln. Zudem ist ihr soziales Engagement ein klarer Pluspunkt in ihrem Lebenslauf.

Interview Eva FÖJ

Eva
Foto: privat

Es war für mich der richtige Weg und ich würde mich jederzeit wieder genauso entscheiden. Man muss nach dem Abi nicht zwangsläufig nach Australien, um ein Jahr erlebnisreiche Auszeit zu genießen und neue Leute kennenzulernen. 😉

Hier könnt ihr das vollständige Interview mit Eva zu ihrem FÖJ nachlesen.

 

 

 

 

 

 

 


Bundesfreiwilligendienst – Engagement und Orientierung

Das FSJ – Der erste Schritt Richtung Berufsleben

Nicole

Ich habe Theater- und Medienwissenschaft mit Germanistik als Zweitfach studiert und beginne in Kürze meinen Master. Da ich sehr gut weiß, wie schwierig Entscheidungen nach dem Abitur sein können, blogge ich am liebsten über Möglichkeiten nach dem Schulabschluss.

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