Das FSJ – Der erste Schritt Richtung Berufsleben

Nach dem erfolgreichen Schulabschluss hat man so viele Möglichkeiten, dass es oftmals schwer fällt, sich zu entscheiden. Du spielst mit dem Gedanken, nach der Schule erstmal ein FSJ (ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ oder „Soziales Jahr„) zu machen? Aber du weißt nicht, ob das wirklich das Richtige ist? In diesem Beitrag erfährst du alles, was du wissen musst, um dir die Entscheidung leichter zu machen.

FSJ

© 2019 Pixabay

Was ist das FSJ überhaupt?

Das FSJ, das sogenannte Freiwillige Soziale Jahr, ist für viele junge Menschen die erste richtige Berufserfahrung. Genau wie das FÖJ bietet dieses Jahr eine willkommene Abwechslung vom Schulleben und ein „Reinschnuppern“ in die Berufswelt. Ein FSJ dauert ein Jahr, man kann es aber auf sechs Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern.

Die Einsatzorte sind vielfältig

Wie der Name sagt, arbeiten die Freiwilligen während dieser Zeit in einer sozialen Einrichtung. Das können Krankenhäuser und Altenheime, aber auch Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderung sein. Die Einsatzstellen sind nahezu unbegrenzt und selbst wählbar. Alternativ kannst du dein FSJ im Ausland absolvieren. Auch dazu bieten einige Träger entsprechende Möglichkeiten für die Freiwilligen an.
Generell solltest du dich nach einem Träger wie zum Beispiel der Caritas oder dem Paritätischen Wohlfahrtsverband umsehen. Diese Träger können dich bei der Auswahl der Einsatzstelle und bei Problemen aller Art unterstützen. Du kannst dort eine große Menge an Einrichtungen mit allen wichtigen Informationen einsehen. Somit musst du nicht mühsam selbst verschiedene Stellen anschreiben.

Aktuelle Bewerbungsfristen und weitere Infos zu häufigen Fragen findest du hier: https://www.bundes-freiwilligendienst.de/fsj-freiwilliges-soziales-jahr/ 

Was mache ich während des FSJs?

In der Einrichtung arbeitest du Seite an Seite mit den Fachkräften dort und lernst dabei den Arbeitsablauf genau kennen. Dadurch kannst du nach ein paar Monaten selbstständig fast alle Arbeiten erledigen. Man braucht für ein soziales Jahr keinerlei Erfahrungen in der Pflege oder im sozialen Bereich.

Oft bekommen die jungen Menschen im Freiwilligendienst die Möglichkeit, sich auszuprobieren und eigene Projekte auf die Beine zu stellen. Ob das Bastelarbeiten mit Kindern oder Kuchen backen im Altenheim ist – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Soziales Jahr

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Unsicherheit ist normal

Viele Menschen sind anfangs noch unsicher oder haben, gerade vor den pflegerischen Aufgaben, Angst. Keine Sorge, das ist völlig in Ordnung. Nach ein wenig Einarbeitung und mit Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen wird man schnell selbstsicherer. Je mehr Erfahrungen man während der Arbeit in den Einsatzstellen sammelt, desto selbstständiger wird man.

Möglichkeit zum Austausch

Zusätzlich zu der Zeit, die du in deiner Einrichtung verbringst, besuchst du Seminare. Dort hat man die Möglichkeit sich mit anderen FSJlern auszutauschen, Fragen zu klären oder Spaß miteinander zu haben. Insgesamt 25 Seminartage stehen zur Verfügung, die in Abschnitten von fünf Tagen am Stück abgehalten werden. Die Seminare kann man sich ein bisschen vorstellen wie Klassenfahrten.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Für die Bewerbung spielt es keine Rolle, welche Schulnoten du hast oder ob du zuvor eine Ausbildung oder ein Studium angefangen hast. Wichtig ist, dass du mindestens 15 Jahre und maximal 26 Jahre alt bist. Falls du älter als 26 bist, kannst du dich für einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) bewerben. Wenn du 18 Jahre oder älter bist, kannst du dein soziales Jahr im Ausland verbringen. Übrigens brauchst du nicht zwingend eine deutsche Staatsbürgerschaft für das FSJ, aber eine Arbeitserlaubnis ist notwendig. Ansonsten solltest du Lernbereitschaft, Empathie und Offenheit für Neues mitbringen. Damit steht deinem erfolgreichen FSJ nichts mehr im Wege.

Freiwilliges Soziales Jahr

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Bekommt man für diese Zeit ein Gehalt?

Ja, während dieser Zeit bekommst du ein kleines Gehalt, welches als Taschengeld bezeichnet wird. Darin kann zum Beispiel Wohngeld enthalten sein. Wenn du für dein FSJ in eine andere Stadt ziehen möchtest und dort eine Wohnung brauchst, bekommst du dadurch Unterstützung. Viele Einrichtungen bieten auch kostenlose Wohnmöglichkeiten für ihre Freiwilligen an.

Als kleine Belohnung für dein freiwilliges soziales Engagement gibt es den sogenannten FSJ-Ausweis. Mit diesem Ausweis bekommst du an vielen Orten die gleichen Vergünstigungen wie Schüler*innen und kannst zum Beispiel günstiger ins Kino oder Theater gehen.

Wann sollte man sich für ein FSJ entscheiden?

Nicht nur für Leute, die später im sozialen Bereich arbeiten möchten, ist ein soziales Jahr eine tolle Option. Für Unentschlossene oder Menschen, die nicht gleich eine Ausbildung beginnen möchten, kann eine kleine Pause zur Orientierung ebenfalls hilfreich sein. Man sammelt während dem Freiwilligendienst vor allem Erfahrungen, die einem die Schule oder ein Studium nicht ermöglichen kann.

Für manche Menschen eröffnen sich während dieser Zeit neue Wege für die Berufswahl, die man zuvor noch nicht bedacht hat. Eine „Zeitverschwendung“, wie manche Leute denken, ist das Freiwillige Soziale Jahr auf keinen Fall. Falls du Lust darauf hast, ein neues Berufsfeld für dich zu entdecken und gleichzeitig viel über dich zu lernen, ist ein FSJ das Richtige!

Weitere Infos zum FSJ findest du hier:

https://www.pro-fsj.de/de


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Christine

Als Auszubildende beim STARK Verlag darf ich jetzt auch als Teil des Teams von schultrainer.de über verschiedene Themen schreiben und hoffe, mit dem ein oder anderen Beitrag euer Interesse wecken zu können.

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