Digitales Lernen – Verbesserung des Schulalltags?

Wenn du den Begriff „Digitales Lernen“ hörst, denkst du wahrscheinlich nicht an eine komplette Erneuerung unseres Bildungssystems. Du denkst vielleicht eher an das YouTube-Video, das dir so gut durch die letzte Mathematik-Schularbeit geholfen hat. Oder die hilfreiche Englisch-Plattform, auf der du neulich Vokabeln gelernt hast. Diese Hilfsmittel sind allerdings nur ein Bruchteil von dem, was digitales Lernen uns bieten kann. Hier deshalb eine kleine Erweiterung deiner Vorstellung, was unsere digitale Welt  kann und wie der Schulalltag sich dadurch verändert.

Mensch bedient ein iPad

Was kann Digitales Lernen?

Viele Menschen stehen dem digitalisierten Leben in der Zukunft eher skeptisch gegenüber. Aus einem Bericht der Tagesschau geht hervor, dass rund jeder Dritte in Deutschland nicht nur skeptisch, sondern auch überfordert mit der Digitalisierung ist. Aber ist diese Angst auch zum Thema Digitalisierung an Schulen berechtigt? Welche Vorteile hält eine digitale Bildungswelt für uns bereit?

Daumen hoch

1. Personalisierte Inhalte

Eine normale Unterrichtsstunde in deiner Klasse ist in der Regel so aufgebaut, dass jedem Schüler die gleichen Inhalte vermittelt werden. Ein Themengebiet wird also erklärt, aber aufgrund der Anzahl an Schülern nicht so oft wiederholt und vertieft, bis es auch wirklich jeder Schüler verstanden hat. Da können die digitalen Lernprogramme Abhilfe schaffen. Hier ist es möglich, den individuellen Leistungsstand eines Schülers zu analysieren und dementsprechend anzupassen. Die Aufgaben können beliebig oft wiederholt und mit passenden Tipps und anschließenden Lösungswegen ergänzt werden. Selbstverständlich muss nicht jeder im Unterricht stumm vor seinem Notebook, Handy oder Tablet sitzen. Es sollte sich mehr ein nahtloser Übergang zwischen dem Lernen in der Schule und dem Lernen zuhause bilden.

2. Wenig Grenzen

Mit Grenzen, ist in diesem Fall Kapazität gemeint. Das E-Learning hat keine Platzprobleme im Klassenzimmer oder im Hörsaal. Die Plätze sind grundsätzlich unbegrenzt. Auch in Ort und Zeit hast du keine Vorgabe. Ob nun Abends im Bus oder morgens am Frühstückstisch, du kannst lernen wann und wo immer du möchtest, in deinem eigenen Tempo. Zusätzlich stehen dir mehr Hilfestellungen und Tipps zur Verfügung. Ein Lehrer hat nicht die Zeit, jedem Schüler jeden Rechenschritt einzeln zu erklären. Online kannst du dir jeden Schritt einzeln vornehmen und eine genaue Erklärung dazu lesen. Um Fragen zu stellen, kann zusätzlich eine Art „Learning Community“ helfen, in der sich Schüler untereinander austauschen können.

Auch positive Aspekte des digitalen Lernens im sprachlichen Bereich darf man nicht übersehen. Die Lerninhalte sind im besten Fall in mehreren Sprachen verfügbar. Ein Lernprogramm kann so auf der ganzen Welt Verwendung finden. (Eine festgelegte Standard Sprache wie Englisch würde das E-Learning erschweren, da die ausgewählten Inhalte nicht mehr verständlich für jeden übermittelt werden könnten.)

3. Erleichterung des Schulalltags

Stundenpläne bequem online abrufen, Stundenausfälle morgens auf dem Handy checken und Hausaufgaben einfach auf dem Notebook empfangen und bearbeiten. Das erleichtert nicht nur den Alltag der Schüler, sondern auch den der Lehrer. Selbst wenn man nur an kleine Erledigungen, wie Arbeitsblätter kopieren, denkt. Und sogar medizinische Vorteile zeigen sich. Der Rücken eines jeden Schülers freut sich über die Entlastung von den schweren Büchern aus der Schultasche.

4. Vorteile für die Zukunft

„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ Mahatma Ghandi

Unter diesem Motto könnte auch die Digitalisierung unseres Bildungssystems stehen. Werden Schüler heute schon mit Online-Programmen und technischen Anwendungen vertraut gemacht, haben sie in der Zukunft einen Vorteil. Sie erweitern nicht nur digital ihr Wissen, sondern lernen auch mit digitalen Produkten umzugehen. Ein wichtiger Punkt in der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt. Gewisse Kenntnisse im IT-Bereich sind Voraussetzung für so manchen Beruf. Zudem werden durch den fortschreitenden digitalen Wandel in Zukunft immer mehr technische Fachkräfte benötigt.

Zuggleise

Wo ist der Haken?

Der Zug in Richtung digitales Bildungssystem macht auch an einigen Stellen „Halt“. Es gibt natürlich auch Gründe, warum noch nicht an jeder Schule, Notebooks und Tablets auf den Tischen stehen. Fehlende digitale Kompetenzen auf Seiten der Lehrkräfte sind einer davon. Es ist wenig erfolgversprechend einem Lehrer eine Lern-Software und Notebooks zu übergeben, obwohl er sich möglicherweise überhaupt nicht mit diesen auskennt. An vielen Schulen mangelt es auch an allgemeiner digitaler Ausstattung und benötigte Mittel stehen nicht zur Verfügung. Bedeutet, dass an betroffenen Schulen erst einmal Fortbildungsmaßnahmen und eine Verbesserung der digitalen Ausstattung nötig sind.

Was sagt die Politik?

Die ehemalige deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, plante rund fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen zu investieren. Jetzt möchte die neue Bildungsministerin Anja Karliczek diesen Umschwung mit einer Grundgesetzänderung beschleunigen.

Fazit: Schlussendlich kann man feststellen, dass es viele Vorteile der digitalen Bildung gibt. Es existieren hochwertige Medien, die in Sachen Digitales Lernen eingesetzt werden können. Wir haben auch jetzt schon gute Möglichkeiten, den normalen Unterricht mit E-Learning Angeboten auch ganz einfach vor Ort oder zuhause zu ergänzen. Doch es bleibt immer die Frage was unter dem Begriff „Digitales Lernen“ verstanden wird. Genügt ein YouTube-Video im Unterricht oder soll es das voll ausgestattete Tablet mit Lernsoftware sein? Egal was man unter digitalem Unterricht versteht, so schnell wie es die „digitale Revolution“ ankündigt, wird es nicht gehen. Dazu müssen erst einmal die im Text genannten Maßnahmen ergriffen werden. Trotz alledem, Happy E-Learning!

Wenn ihr noch mehr zum Thema Digitalisierung lesen wollt, dann schaut doch mal bei der Umfrage des STARK-Verlags vorbei.

Bilder: Gemeinfrei

Die Entscheidung der Berufswahl habe ich bereits getroffen und bin jetzt Auszubildende beim STARK Verlag. Ich blogge auf schultrainer.de, um mit vielen interessanten und hilfreichen Themen zu begeistern.

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